Game of Thrones : Josephine Gillan spielt die Prostituierte Marei in Game of Thrones. Josephine Gillan spielt die Prostituierte Marei in Game of Thrones.

Selbst eine vergleichsweise kleine Rolle in Game of Thrones kann ein Leben komplett verändern. Der beste Beweis ist wohl Josephine Gillan, die seit der zweiten Staffel die rothaarige Prostituierte Marei spielt. Laut einem Interview mit der Daily Mail war der Part für sie keine sonderlich neue Erfahrung: Davor arbeitete sie tatsächlich als Prostituierte und trat in erotischen Filmen auf. Seitdem sie regelmäßig bei Game of Thrones mitspielt, bekommt sie auch ernstere Rollen als Schauspielerin angeboten, darunter zwei in Indie-Filmen und einem kommenden Horrorstreifen.

In ihrer Kindheit hätte sie sich solchen Erfolg nie vorstellen können: Mit zwölf Jahren wurde sie in die Betreuung einer Pflegefamilie gegeben und ein Freund der Familie versorgte sie erst mit Alkohol und Cannabis, dann zwei Jahre später mit Kokain - und zwei weitere Jahre später begannen er und seine Freunde, Gillan regelmäßig zu vergewaltigen. Game of Thrones habe ihr endlich erlaubt, wieder von einer besseren Zukunft zu träumen, so die Schauspielerin.

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Weil sie keinerlei Schauspieltraining hatte, war sie am Set zunächst nervös. Sie entdeckte aber schnell, dass einige Frauen mit ähnlichem Hintergrund an der Serie mitarbeiten, oft ebenfalls als Prostituierte oder Dienstmädge - und dass die männlichen Schauspieler bei den Sexszenen noch viel nervöser sind. »Sie mussten mir überhaupt nichts zeigen, weil ich damit bereits meinen Lebensunterhalt verdient hatte.« Hingegen seien einige der männlichen Darsteller so angespannt gewesen, dass sie regelrecht gezittert hätten.

Abseits der Dreharbeiten sei es aber sehr entspannt zugegangen, und man habe sich selbst als Nebendarstellerin mit Stars wie Charles Dance zum Tee getroffen - und eifrig geflirtet. »Wenn so viele Leute so eng zusammenarbeiten, könnt ihr euch vorstellen, dass es einige Affären gab. Nicht dass ich je eine hatte!« Die Kritik an der Brutalität und Freizügigkeit von Game of Thrones kann Gillan nicht nachvollziehen: »Genießt einfach die Unterhaltung. Oder eben nicht, wenn ihr zu prüde seid.«