Zum Thema » Kino-Kanal auf GameStar.de Kritiken, News und Trailer » Trailer zu Kinofilmen Interviews und Trailer im Überblick Lang, lang ist's her, dass Liam Neeson mit Oscar-verdächtigen Rollen á la Schindlers Liste von sich Reden machte. Seiner Leinwandpräsenz hat der Wechsel zum Mainstream Blockbuster allerdings nicht geschadet. Alle Jahre wieder ist der gute Herr mit Actionfilmen wie Taken, Unknown, The Grey oder nun mit Non-Stop in den Kinos zu sehen. Dabei wird, anders als bei Action-Greisen wie Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger, eher auf Sympathie und Charakter als auf Muskelmasse gesetzt.

So auch in Non-Stop. Als Air Marshall mit schwieriger Vergangenheit und Alkoholproblemen soll Neeson den typischen Antihelden verkörpern, die Passagiere eines Flugzeuges retten und sich nebenbei auch noch seinen eigenen Dämonen stellen.

Die Story

Bill Marks (Liam Neeson) ist eigentlich nicht der geborene Air Marshall. Er fliegt nicht sonderlich gerne, ist lieber für sich als unter Menschen und so ganz ohne Alkohol schafft er es auch nicht durch einen Flug. Mit den Gedanken befindet er sich schon wieder auf der Heimreise, als er eine Maschine von New York nach London besteigt und sich auf einen langweiligen Nachtflug einstellt. Doch weit gefehlt! Denn plötzlich erhält er seltsame Textnachrichten, in denen jemand droht, alle 20 Minuten einen Passagier zu töten, sollte er nicht dafür sorgen, dass 150 Millionen Dollar auf ein Konto überwiesen werden.

Marks bleibt skeptisch, hält das Ganze zunächst für einen geschmacklosen Scherz. Doch schnell muss er feststellen, dass es hier jemand bitterernst meint und ihm auch noch überlegen scheint. Denn das Konto, auf das das Geld geschickt werden soll, läuft unter Marks Namen und schon bald wird davon ausgegangen, dass der Air Marshall selber das Flugzeug entführen will. Als zu allem Überfluss auch noch eine Bombe an Bord entdeckt wird, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

Überraschend gut

Regisseur Jaume Collet-Serra und Liam Neeson scheinen ein eingespieltes Team zu sein. Die beiden kennen sich bereits vom Dreh zu Unknown (2011) und konnten damit einen ganz netten Erfolg verbuchen. Kein Wunder also, dass man sich gerne noch einmal zusammentut. Diesmal wurde das Budget von 30 Millionen Dollar auch gleich auf 50 Millionen erhöht. Diese hat Non-Stop bereits in seiner ersten Woche Laufzeit in den USA wieder eingespielt und schoss auch sogleich an die Spitze der dortigen Kino-Charts. Die prestigereiche Awards-Season ist schließlich um und nun dürfen endlich wieder typische Actionfilme das Spielfeld dominieren.

Dabei hat Non-Stop so einige Überraschungen im Petto und überzeugt durch eine Handvoll wirklich interessanter Wendungen und ein vergleichsweise intelligentes Drehbuch. Dies fällt vor allem dann ins Gewicht, wenn man bedenkt, dass die gänzlich unbekannten Autoren John W. Richardson und Chris Roach hier ihr erstes Kinoscript verfassten. So ist die Art und Weise, auf die vor allem der erste Passagier das Zeitliche segnet, wirklich gut durchdacht und macht Lust auf mehr. Spätestens hier ist Neeson die Aufmerksamkeit des Publikums sicher und man fragt sich immer wieder, welches Spiel hier eigentlich gespielt wird.

Non-Stop
Liam Neeson ist mittlerweile das Aushängeschild des alternden Actionstars. Mit Non-Stop kann er erneut überzeugen.

Mit einer Laufzeit von 106 Minuten hat der Film die perfekte Länge, wird nie langweilig und bewahrt sein Tempo konstant. Einmal kurz auf Toilette gehen möchte bei diesem Film niemand, zu fesselnd ist das Spekulieren um den Ausgang des Szenarios. Dabei wird zunächst vor allem auf Spannung, nicht so sehr auf Action gesetzt. Selbstverständlich bleiben auch Schusswechsel, Explosionen und Slow Motion Einlagen nicht aus, doch diese bewahrt Collet-Serra sich bis ganz zum Schluss auf.

Während Liam Neeson in den Taken Filmen trotz des großen Erfolges noch ein wenig Spott auf sich zog und das Ganze in seiner Action stets reichlich weit hergeholt schien, wirkt Non-Stop ein ganzes Stück ausgefeilter. Außerdem ist es von Vorteil, dass überaus nervige Figuren wie Tochter Kim (Maggie Grace) in Taken diesmal gänzlich wegfallen.