R.E.D. 2

Kinostart: 12. September 2013 | Heimkinostart: 30. Januar 2014
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Filmkritik zu R.E.D. 2

Die Comedy-Version der Expendables

Älter, Härter, Besser: Drei Jahre nach R.E.D. schickt sich das Senioren-Team um Bruce Willis erneut an, um die Welt vor den Machenschaften böser Geheimdienste zu schützen. Neben gewohnt solider Unterhaltung mit bekanntem Action-Budenzauber bietet der Film dank Anthony Hopkins sogar einen echten Grund, ins Kino zu gehen.

Von Alexander Voigt |

Datum: 10.09.2013


Zum Thema » Kino-Kanal auf GameStar.de Kritiken, News und Trailer » Trailer zu Kinofilmen Interviews und Trailer im Überblick Knapp 100 Millionen Dollar spielte R.E.D., die Action-Komödie um alternde Top-Spione im Sommer 2010 ein. Das ist zwar keine Summe, bei der in Hollywood schon die teuren Champagner-Flaschen aus dem Schrank geholt werden, aber anscheinend genug, um aus der Verfilmung einer Mini-Comicserie noch R.E.D. 2 heraus zu pressen.

Billig dürfte der Spaß nicht gewesen sein: Gerade Bruce Willis lässt sich seine Auftritte gerne vergolden, wie wir jüngst im Umfeld von The Expendables 3 gelernt haben: Hier forderte Willis für vier Drehtage vier Millionen Dollar (statt der angebotenen drei Millionen), worauf er von Produzent Sylvester Stallone mit der Bezeichnung »lazy and greedy« (faul und gierig) nach Hause geschickt und kurzer Hand von Harrison Ford ersetzt wurde. Im Gegensatz zu den Expendables darf Willis in R.E.D. 2 aber wieder die Hauptrolle für sich beanspruchen, was in Anbetracht der hochkarätigen Besetzung fast etwas schade ist.

Die Story

Zu Beginn lässt R.E.D. 2 seinen Helden Frank Moses (Bruce Willis) zusammen mit seiner neuen Lebensgefährtin Sarah Ross (gespielt von Mary-Louise Parker, die wohl auf ewig »die Frau aus Weeds« bleiben wird) durch die Hölle des Normalo-Lebens stolpern. Während Frank jedoch mit Begeisterung Einkaufswagen durch den Baumarkt schiebt, statt wie in der Vergangenheit böse Agenten umzubringen, ist es ausgerechnet die Zivilistin Sarah, die sich nach etwas mehr Action in der Beziehung sehnt.

Die lässt natürlich nicht lange auf sich warten: Wie so oft ist es ein Fall aus der Vergangenheit, der Frank nun die Zukunft versauen will. Zu Zeiten des Kalten Krieges war Frank Teil eines Teams, das während der Operation »Nightshade« eine Atombombe im Kreml versteckt hat. Damit der Krieg auch in der Gegenwart weiterhin kalt bleibt, beschließen die Hollywood-typisch verworrenen, korrupten und skrupellosen Geheimdienste alle ehemaligen Agenten liquidieren zu lassen. Nachdem Frank den ersten Attacken entgehen kann, macht er sich mit Freundin Sarah und seinem leicht durchgedrehten Agenten-Kumpel Marvin (John Malkovich) auf nach Moskau, um Operation »Nightshade« persönlich wieder rückgängig zu machen.

R.E.D. 2

Das Trio bekommt dabei noch weitere Unterstützung: Ebenso wie im Vorgänger stößt auch die MI-6 Killerin Victoria (Helen Mirren) wieder zum Team, und da wir schon in Moskau sind, wird auch der russische Geheimdienst durch Catherine Zeta-Jones vertreten, die in der Rolle der Agentin Katja ihre beste Xenia-Onatopp-Imitation darbietet, aber im Grunde auch nur wie Catherine Zeta-Jones mit lustigem russischen Akzent klingt (allerdings nur in der Original-Version, in der deutschen Synchro ist davon fast nix mehr übrig). Nach kurzer Zeit stellt die Truppe um Frank fest, dass sie nur über den genialen Waffentüftler Bailey (Anthony Hopkins) an die Bombe kommen. Was folgt ist jede Menge Ballerei, witzige Sprüche und der ein oder andere Story-Twist; schließlich darf in der Post-Nolan-Ära nicht mal mehr eine Beziehungsromanze ohne verblüffende Wendung auf die Leinwand kommen.

Premium-Cast liefert Basis-Leistung

Man merkt deutlich, dass die Besetzung von R.E.D. 2 ihren Spaß beim Dreh hatte. Überarbeitet hat sich vermutlich niemand aus der Gruppe, denn schauspielerisch verlässt kein Mime seine Komfort-Zone: Bruce Willis spielt die 100. Version seiner »John McClane im Ruhestand«-Rolle ab: Entweder ernst gucken und Menschen umbringen, oder mit verschmitzten Lächeln seine Dialogpartner anschauen. Mary-Louise Parker spielt wie in Weeds eine ursprünglich bodenständige Hausfrau, die dem langweiligen Alltag entfliehen möchte und sich daher voller Elan in die Hobby-Spionage-Arbeit stürzt. Wenn Frau Parker nicht immer so verdammt süß wäre, könnte man ihre »Agentin mit Herz«-Hommage fast als veraltetes Rollenbild bezeichnen.

John Malkovich scheint in der Absurdität seiner Rolle so aufzugehen, dass die meisten seiner Sprüche wohl spontan beim Dreh entstanden sind und man nie weiß, ob der Mann einfach gut schauspielern kann oder einfach nur verrückt ist. Allerdings zieht auch R.E.D. 2 seinen Humor vor allem aus absurden Situationen und kann weniger durch geschliffenen Dialogwitz punkten. Wer bei Sprüchen wie »Was im Kreml passiert, bleibt im Kreml!« schon zu kichern anfängt, wird mit R.E.D. 2 auf jeden Fall eine Menge Spaß haben.

Während Catherine Zeta-Jones nur ihr Aussehen und einen russischen Dialekt aufbietet (im Original), ist Anthony Hopkins eine echte Bereicherung für den Film. Mit sichtlich Freude lotet er die verschiedenen Gemütszustände seiner Figur aus und pendelt von vertrottelt über charmant zu eiskalt. Man scheint ohnehin jeden Streifen eine Klasse aufzuwerten, sobald man Sir Hopkins eine Rolle gibt. Auf Seiten der Bösen gehen außerdem noch Neal McDonough und Byung-hun Lee ihrem Schurkenhandwerk nach.

Und bevor der Leser dieser Rezension jetzt bei IMDG nachguckt, Lee war gerade erst in G.I. Joe als Storm Shadow zu sehen und McDonough ist ein typisches Soziopathen-Hollywood-Gesicht, das man zwar immer sofort erkennt, dessen Namen man sich allerdings nie merkt. Er ist damit quasi der Gary Busey der 2000er Jahre. Okay, alle unter 30 Jahren dürfen jetzt googlen.

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ZettelamZeh
#1 | 10. Sep 2013, 15:42
Besinnt Euch mal wieder auf das, was Ihr seid Gamestar ... eine Plattform für Spiele.
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Avatar Corvus_sb80
Corvus_sb80
#2 | 10. Sep 2013, 15:48
Zitat von ZettelamZeh:
Besinnt Euch mal wieder auf das, was Ihr seid Gamestar ... eine Plattform für Spiele.

Komisch, wirklich jedes mal, wenn etwas nicht mit Spielen zu tun hat, kommen diese blöden Kommentare. Wenns dich nicht interessiert, lies es nicht und behalte deinen Kommentar für dich.

Der allgmeinen Beobachtung nach passiert genau folgendes mit Unternehmen, die nicht abseits ihres Kerngeschäfts ihre Fühler ausstrecken: Sie sind irgendwann langweilig, dann versinken sie in der Bedeutungslosigkeit und am Ende sind sie pleite und ein Relikt vergangener Tage.

Ich finds toll, daß auch in einem Spielemagazin über Filme geschrieben wird. Warum auch nicht? Ich sitze ja nicht 24/7 am PC und zocke.

Zudem ist R.E.D. schon ein Klasse Film und ich freu mich tierisch auf den Nachfolger.
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cc_zero
#3 | 10. Sep 2013, 15:50
Nettes Review zu einem, vermutlich, netten Film. Wenn R.E.D. 2 so ist wie der erste Teil, dann kann eigentlich nix schief gehen.

Entspannt und amüsant, mehr will und soll dieser Film nicht sein. So, und ich hol jetzt das Schwein!
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ZettelamZeh
#4 | 10. Sep 2013, 15:53
Zitat von Corvus_sb80:

Komisch, wirklich jedes mal, wenn etwas nicht mit Spielen zu tun hat, kommen diese blöden Kommentare. Wenns dich nicht interessiert, lies es nicht und behalte deinen Kommentar für dich.

Der allgmeinen Beobachtung nach passiert genau folgendes mit Unternehmen, die nicht abseits ihres Kerngeschäfts ihre Fühler ausstrecken: Sie sind irgendwann langweilig, dann versinken sie in der Bedeutungslosigkeit und am Ende sind sie pleite und ein Relikt vergangener Tage.

Ich finds toll, daß auch in einem Spielemagazin über Filme geschrieben wird. Warum auch nicht? Ich sitze ja nicht 24/7 am PC und zocke.

Zudem ist R.E.D. schon ein Klasse Film und ich freu mich tierisch auf den Nachfolger.


das fehlt mir gerade noch, das mir einer meine Meinung verbieten will, oder eine Emfehlung abgibt, was ich wo und wie oder wann zu machen habe...
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Avatar Softi
Softi
#5 | 10. Sep 2013, 15:53
Ich habe ihn gesehen und fand dem Film richtig gut. John Malkovich fiel besonders positiv auf!
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Avatar danschostar
danschostar
#6 | 10. Sep 2013, 15:59
Zitat von ZettelamZeh:
Besinnt Euch mal wieder auf das, was Ihr seid Gamestar ... eine Plattform für Spiele.
Also Gamestar war niemals eine "nur" Spiele Plattform. Wenn dann PC-Plattform, aber nur das wäre auch "nur" 08/15.
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Unbreakable
#7 | 10. Sep 2013, 16:27
Zitat von ZettelamZeh:
Besinnt Euch mal wieder auf das, was Ihr seid Gamestar ... eine Plattform für Spiele.


und du hast ein namen der auch nciht grade zur spielbranche passt nenn dich absolut gamer, tötungsmaschine, oder Strategiegamer2002-2013 oder sowas
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ZettelamZeh
#8 | 10. Sep 2013, 16:38
Zitat von Unbreakable:


und du hast ein namen der auch nciht grade zur spielbranche passt nenn dich absolut gamer, tötungsmaschine, oder Strategiegamer2002-2013 oder sowas


hast schon Recht "Unzerbrechbar" dein Nick passt schon .... wie Cap Horn zu Südafrika
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Avatar Sumpfranze
Sumpfranze
#9 | 10. Sep 2013, 16:38
Zitat von ZettelamZeh:


das fehlt mir gerade noch, das mir einer meine Meinung verbieten will, oder eine Emfehlung abgibt, was ich wo und wie oder wann zu machen habe...


Moment, du schreibst Gamestar vor was sie machen sollen und wenn jemand das danach bei dir macht regst du dich auf? Schonmal das Sprichwort gehört das mit "Wie man in den Wald hinein ruft" anfängt?
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Avatar ZettelamZeh
ZettelamZeh
#10 | 10. Sep 2013, 16:48
Zitat von Sumpfranze:


Moment, du schreibst Gamestar vor was sie machen sollen und wenn jemand das danach bei dir macht regst du dich auf? Schonmal das Sprichwort gehört das mit "Wie man in den Wald hinein ruft" anfängt?


wo steht das ???? das ich Gamestar Vorschriften mache ....ich habe geschrieben das Sie sich mal "besinnen" sollten !!!
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