World War Z

Kinostart: 27. Juni 2013 | Heimkinostart: -
Seite 1 2

Filmkritik zu World War Z

Weltenretter ohne Splatter

Untoten-Apokalypse mit Jugendfreigabe – kann das gut gehen? Marc Forster entfernt sich mit World War Z weit von der Buchvorlage - und schickt Brad Pitt trotzdem auf eine unterhaltsame Zombie-Weltreise.

Von Michael Obermeier |

Datum: 25.06.2013


Zum Thema » World War Z - Interview Mit Regisseur Marc Forster und Produzentin Dede Gardner » Alle Kino-Trailer Videos zu kommenden Filmen » Filmkritiken auf GameStar.de Unser Kanal zu aktuellen Kinofilmen Mit dem Roman World War Z lieferte der Autor Max Brooks 2006 eine erfrischend andere Perspektive auf die Zombie-Apokalypse. Anstatt einmal mehr eine wild zusammengewürfelte Überlebenden-Truppe in ein Einkaufszentrum zu pferchen, erzählt Brooks im Nachfolgebuch zu »The Zombie Survival Guide« gesammelte Zeitzeugenberichte aus dem »Zombie-Weltkrieg«.

Inhaltlich zusammengehalten werden die abwechslungsreichen Kurzgeschichten durch einen UN-Mitarbeiter, der nach überstandener Apokalypse rund um die Welt fliegt, um - so der Untertitel -»eine mündliche Nacherzählung des Zombiekriegs« zusammenzutragen.

Brooks erzählt in gemächlichem Tempo sehr detailverliebt unter anderem von der vernichtenden Niederlage des US-Militärs, der Abriegelung Israels, der Reise eines chinesischen Atom-U-Boots und sogar vom Schicksal der Internationalen Raumstation ISS.

Der Film World War Z von Regisseur Marc Forster klingt dagegen wie die Prahlhans-Version der Romanhandlung, die eben jener UN-Mitarbeiter abends in der Kneipe erzählt. Hier ist er selbst der Held, der all die Abenteuer (mit zusätzlichen Explosionen) erlebt, die eigene Familie und die ganze Welt rettet - und dabei auch noch aussieht wie Brad Pitt.

Die Story

Gerry Lane (Brad Pitt) genießt nach Jahren lebensgefährlicher Einsätze für die UN sein Leben als Hausmann mit seiner Frau Karin (Mireille Enos) und zwei Töchtern. Mit der Idylle ist es aber bald vorbei, als die Familie mitten im Berufsverkehr von Philadelphia den Ausbruch einer Zombieseuche miterlebt. Um Haaresbreite gelingt den Lanes mit Hilfe von Gerrys alten UN-Kontakten die Flucht vor rasend schnellen Menschenfresser-Untoten per Hubschrauber.

Auf einem US-Flugzeugträger angekommen, drückt die UN Gerry aber die Pistole auf die Brust: Der kampferfahrene Familienvater soll einen Suchtrupp anführen, der Hinweise auf Schwächen der Zombies aufspüren soll. Wenn er sich weigert, wird seine Familie des sicheren Flugzeugträgers verwiesen. Mangels Alternativen willigt Gerry ein und beginnt eine schier aussichtlose Mission rund um den verwüsteten Globus.

World War Z
Gerry Lane führt ein Spezialistenteam an, das Antworten auf die Zombieseuche finden soll.

Gut - auch ohne Blut

Trotz »Z« im Filmtitel hat Regisseur Marc Forster aus World War Z keinen blutigen Zombiestreifen sondern vielmehr einen explosionsgespickten Katastrophenfilm gemacht. Statt unappetitlichem Nahkampf-Splatter gibt's also CGI-Effektgewitter und Massenszenen. Das funktioniert über weite Teile des Films überraschend gut, was überwiegend an den sehenswerten Animationen der rasend schnellen Zombiemassen liegt.

World War Z : Die sehenswerten CGI-Zombies sind ein Highlight des Films. Die sehenswerten CGI-Zombies sind ein Highlight des Films. Forster zeigt die Untoten meist nicht als gefährliche Einzelwesen sondern - getreu der Buchvorlage - als unaufhaltsame Naturgewalt. Wenn riesige Zombiemassen sich wie Ameisen auftürmen um Mauern zu erklettern oder wie eine Flutwelle durch enge Häuserschluchten spülen, fühlt man sich unweigerlich an Zerstörungsorgien der Marke Emmerich erinnert.

Obwohl World War Z weitestgehend ohne Splatter auskommt, treibt die erzwungene PG-13-Jugendfreigabe in den USA (FSK-16 in Deutschland) teils bizarre Blüten: Anstatt in den wenigen Metzel-Szenen abgetrennte Gliedmaßen oder ähnliche Sauereien zu zeigen, lässt Forster die Kamera verschämt auf das angewiderte Gesicht seiner Protagonisten halten.

Das wirkt vor allem dann albern, wenn der Zuschauer nicht die in einem Zombiekopf steckende Brechstange sieht, sondern eine halbe Ewigkeit nur Brad Pitt dabei beobachtet, wie seine Arme außerhalb des Bildausschnitts herumfummeln. Ein Schelm, wer dabei an eine später nachgereichte Uncut-Fassung denkt.

INHALTSVERZEICHNIS

Seite 1
Seite 2
Diesen Artikel:   Kommentieren (76) | Drucken | E-Mail
Sagen Sie Ihre Meinung (» alle Kommentare)
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten!
» Zum Login

Sie sind noch nicht in der GameStar-Community angemeldet?
» Zur kostenlosen Anmeldung
Erster Beitrag  |  » Neuester Beitrag
1 2 3 ... 8 weiter »
Avatar Karrash
Karrash
#1 | 25. Jun 2013, 11:13
"... Ein Schelm, wer dabei an eine Uncut-Fassung zu einem späteren Zeitpunkt denkt."


Marc Forster: "Wir machen nur noch eine härtere DVD-Version. Das war nämlich das einzige Problem: Die Ab-13-Freigabe in den USA." (Focus)

Soviel dazu. Schau ich mir dann irgendwann mal an.

Zum abrupten Ende: Das wurde auch für die Kinoversion geändert.
Schnittberichte.com dazu: "So fällt auch eine komplette finale Schlacht in Moskau unter den Tisch und wird durch etwas Schlichteres ersetzt."
rate (45)  |  rate (1)
Avatar Dizzy92
Dizzy92
#2 | 25. Jun 2013, 11:15
Es muss nicht immer Blut drin vorkommen damit ein Film gut wird! Ich werde ihn mir aufjedenfall angucken
rate (27)  |  rate (19)
Avatar Keviss
Keviss
#3 | 25. Jun 2013, 11:20
Zitat von Dizzy92:
Es muss nicht immer Blut drin vorkommen damit ein Film gut wird! Ich werde ihn mir aufjedenfall angucken


Wenn schon kein Blut dann sollte wenigstens Horror drin vorkommen, gehört meiner meinung nach zu nem Zombiefilm dazu.
rate (22)  |  rate (35)
Avatar Myronix
Myronix
#4 | 25. Jun 2013, 11:23
Zombie ohne splatter - ohne mich.
rate (30)  |  rate (33)
Avatar Liyang
Liyang
#5 | 25. Jun 2013, 11:26
Ein bisschen Blut Und Horror gehören doch dazu. Das ist doch wie das Salz in der Suppe .Und wen es noch ein bisschen Splater Szenen drinen hat um so besser.
rate (29)  |  rate (6)
Avatar DrProof
DrProof
#6 | 25. Jun 2013, 11:30
Ach ich würd ihn gucken..
ohne Brad Pitt, finde ihn sehr deplaziert für eine Zombieapokalypse.
rate (7)  |  rate (22)
Avatar P@InKiLLeR
P@InKiLLeR
#7 | 25. Jun 2013, 11:36
Ich warte auf die Blu Ray Version die müsste ja dann auch UnCut sein!
rate (15)  |  rate (1)
Avatar mako_zero
mako_zero
#8 | 25. Jun 2013, 11:43
Ein Haufen Bilder & Videos aber kein einziger Zombie weit & breit. Kein Blut, kein Splatter, kein Gore. Ein Zombiefilm ohne Shockelemente ist als würde sich mit nem Callgirl nur unterhalten.
rate (21)  |  rate (6)
Avatar anonymouse
anonymouse
#9 | 25. Jun 2013, 11:44
grandiose buchvorlage grandios versaut. also marc foster, brad pitt und der rest der beteiligten sollten sich wirklich schämen. schon die intention einen zombie film mit einer ab 13 freigabe zu produzieren ist hanebüchen.

die hätten pro film jeweils ein - zwei settings des romans behandeln und dann einen mehrteiler draus machen sollen und schauen wie lange es gut ankommt.

also z.B. der erste teil nur über die anfänge und dann noch "battle of yonkers" mit rein.

PS: so richtig negativ zu berichten hat sich gamestar dann wohl doch nicht getraut? "das is mies... das ist schlecht... das auch... TROTZDEM GUTER FILM!!!! <3 <3 <3 PARAMOUNT"
rate (29)  |  rate (4)
Avatar Nightkin
Nightkin
#10 | 25. Jun 2013, 11:58
Der Obermeier Michi sieht in echt viel putziger aus als auf dem Foto!
rate (7)  |  rate (4)
1 2 3 ... 8 weiter »

 
Sie sind hier: GameStar > Kino > Filme > World War Z > Filmkritik
top Top
Werde Fan von GameStar auf FacebookFacebook Aboniere den YouTube-Kanal von GamestarYouTube Besuche Gamestar auf Google+Google+ GameStar auf Twitter folgenTwitter Alle RSS-Feeds von GameStar.deRSS-Feeds Jetzt GameStar-Newsletter bestellenNewsletter
© IDG Entertainment Media GmbH - alle Rechte vorbehalten