Zum Thema » World War Z - Interview Mit Regisseur Marc Forster und Produzentin Dede Gardner » Alle Kino-Trailer Videos zu kommenden Filmen » Filmkritiken auf GameStar.de Unser Kanal zu aktuellen Kinofilmen Mit dem Roman World War Z lieferte der Autor Max Brooks 2006 eine erfrischend andere Perspektive auf die Zombie-Apokalypse. Anstatt einmal mehr eine wild zusammengewürfelte Überlebenden-Truppe in ein Einkaufszentrum zu pferchen, erzählt Brooks im Nachfolgebuch zu »The Zombie Survival Guide« gesammelte Zeitzeugenberichte aus dem »Zombie-Weltkrieg«.

Inhaltlich zusammengehalten werden die abwechslungsreichen Kurzgeschichten durch einen UN-Mitarbeiter, der nach überstandener Apokalypse rund um die Welt fliegt, um - so der Untertitel -»eine mündliche Nacherzählung des Zombiekriegs« zusammenzutragen.

Brooks erzählt in gemächlichem Tempo sehr detailverliebt unter anderem von der vernichtenden Niederlage des US-Militärs, der Abriegelung Israels, der Reise eines chinesischen Atom-U-Boots und sogar vom Schicksal der Internationalen Raumstation ISS.

Der Film World War Z von Regisseur Marc Forster klingt dagegen wie die Prahlhans-Version der Romanhandlung, die eben jener UN-Mitarbeiter abends in der Kneipe erzählt. Hier ist er selbst der Held, der all die Abenteuer (mit zusätzlichen Explosionen) erlebt, die eigene Familie und die ganze Welt rettet - und dabei auch noch aussieht wie Brad Pitt.

Die Story

Gerry Lane (Brad Pitt) genießt nach Jahren lebensgefährlicher Einsätze für die UN sein Leben als Hausmann mit seiner Frau Karin (Mireille Enos) und zwei Töchtern. Mit der Idylle ist es aber bald vorbei, als die Familie mitten im Berufsverkehr von Philadelphia den Ausbruch einer Zombieseuche miterlebt. Um Haaresbreite gelingt den Lanes mit Hilfe von Gerrys alten UN-Kontakten die Flucht vor rasend schnellen Menschenfresser-Untoten per Hubschrauber.

Auf einem US-Flugzeugträger angekommen, drückt die UN Gerry aber die Pistole auf die Brust: Der kampferfahrene Familienvater soll einen Suchtrupp anführen, der Hinweise auf Schwächen der Zombies aufspüren soll. Wenn er sich weigert, wird seine Familie des sicheren Flugzeugträgers verwiesen. Mangels Alternativen willigt Gerry ein und beginnt eine schier aussichtlose Mission rund um den verwüsteten Globus.

World War Z
Gerry Lane führt ein Spezialistenteam an, das Antworten auf die Zombieseuche finden soll.

Gut - auch ohne Blut

Trotz »Z« im Filmtitel hat Regisseur Marc Forster aus World War Z keinen blutigen Zombiestreifen sondern vielmehr einen explosionsgespickten Katastrophenfilm gemacht. Statt unappetitlichem Nahkampf-Splatter gibt's also CGI-Effektgewitter und Massenszenen. Das funktioniert über weite Teile des Films überraschend gut, was überwiegend an den sehenswerten Animationen der rasend schnellen Zombiemassen liegt.

World War Z : Die sehenswerten CGI-Zombies sind ein Highlight des Films. Die sehenswerten CGI-Zombies sind ein Highlight des Films. Forster zeigt die Untoten meist nicht als gefährliche Einzelwesen sondern - getreu der Buchvorlage - als unaufhaltsame Naturgewalt. Wenn riesige Zombiemassen sich wie Ameisen auftürmen um Mauern zu erklettern oder wie eine Flutwelle durch enge Häuserschluchten spülen, fühlt man sich unweigerlich an Zerstörungsorgien der Marke Emmerich erinnert.

Obwohl World War Z weitestgehend ohne Splatter auskommt, treibt die erzwungene PG-13-Jugendfreigabe in den USA (FSK-16 in Deutschland) teils bizarre Blüten: Anstatt in den wenigen Metzel-Szenen abgetrennte Gliedmaßen oder ähnliche Sauereien zu zeigen, lässt Forster die Kamera verschämt auf das angewiderte Gesicht seiner Protagonisten halten.

Das wirkt vor allem dann albern, wenn der Zuschauer nicht die in einem Zombiekopf steckende Brechstange sieht, sondern eine halbe Ewigkeit nur Brad Pitt dabei beobachtet, wie seine Arme außerhalb des Bildausschnitts herumfummeln. Ein Schelm, wer dabei an eine später nachgereichte Uncut-Fassung denkt.