Wenn man den Gesetzesvorschlag von Keith Wright, einem demokratischen Kongressabgeordneten im US-Staat New York liest, kommen einem die Vorschläge deutscher Politiker gar nicht mehr so schlimm vor. Wright will mit seiner Eingabe A00547 tatsächlich erreichen, dass Computerspiele mit Gewalt-Inhalten nur noch an Personen über 30 verkauft werden sollen - und das nur unter erschwertem Zugang zu solchen Produkten. Dazu sollen "Adult only"-Bereiche in den Verkaufsstellen eingerichtet werden, die nur über eine Ausweiskontrolle für Bürger älter als 30 erreichbar wären. Zu den Inhalten, die zu so einer Einstufung führen sollen, äußerte er sich auch. So sollen alle Spiele, die schon die bloße Darstellung von

- der Ausführung eines Gewaltverbrechens
- Selbstmord
- sexueller Gewalt
- gewaltsamen Rassismus
- religiöse Gewalt
- illegalem Gebrauch von Drogen und Alkohol

zum Inhalt haben, unter diese Regelung fallen. Wenn man jetzt alle Spiele rausrechnet, die darunter fallen würden, bliebe praktisch nur noch Barbies Reiterhof übrig. Erstaunlich auch, dass Staatsbürger der USA bereits mit 18 Jahren legal Unmengen von Waffen in ihren Häusern und Wohnungen horten dürfen, aber nach dem Willen von Wright keinen Zugang zu Computerspielen mehr bekommen sollen. Außerdem findet derart Verbotenswürdiges mehr oder weniger täglich im amerikanischen Fernsehen statt. Bleibt nur die Frage nach der "Bodenhaftung" solcher Politiker und wer sie in solch ein Amt gewählt hat.

Update:
Die entsprechende Stelle im Antrag wurde tatsächlich falsch übersetzt. Es geht darum, auf die Altersüberprüfung "bei Personen zu verzichten, die offensichtlich älter als 30 Jahre sind". Die Altersgrenze soll weiterhin bei 18 Jahren beibehalten werden und lediglich massiver kontrolliert werden. Die restliche Meldung entspricht den Tatsachen im Antrag.
Anscheinend waren wir aber nicht die einzigen, die Probleme mit der Übersetzung hatten. (c;

Walter Reindl / Redaktion