Auditorium - Test: Flash-Spiel der Woche

Flash-Spiel der Woche

von Martin Le,
13.06.2009 13:04 Uhr

Die komplette Debatte um die Frage >Sind Computerspiele Kunst?< kann abgekürzt werden, indem Skeptiker einfach eine Runde Auditorium spielen. Alle die danach immer noch zweifeln dürfen sich gerne mit Ex-Anwalt Jack Thompson und Prof. Dr. Pfeiffer am Stammtisch der Spielenörgler treffen, die meisten werden allerdings gebannt vor dem Rechner sitzen bleiben. Das Spielprinzip von Auditorium ist denkbar simpel: Einen Partikelstrom müssen Sie mit Hilfe verschiedener Kraftfelder so umlenken, dass auf dem Bildschirm verteilte Container mit Energie aufgeladen werden. So schnell und einfach wie Auditorium erklärt ist, lässt es sich auch spielen. Komplizierte Instruktionen sind völlig unnötig und alle Feinheiten des Gameplays eröffnen sich intuitiv beim Ausprobieren.

Zu den einfachen Kontrollfeldern die den Strom lediglich in eine andere Richtung (oben, unten, rechts oder links) umleiten gesellen sich bald weitere, mit denen Sie die Teilchen unter Anderem in einen Strudel lenken, teleportieren oder als Spiegelbild zurück werfen können. Und auch die anfangs leeren Level füllen sich zunehmend mit Hindernissen wie schwarzen Löchern oder bunten Sphären die den Farbton und die Eigenschaften Ihrer Partikel verändern.

Der langsam ansteigende Schwierigkeitsgrad und die kontinuierliche Vorstellung neuer Spielelemente erinnert dabei angenehm an den Puzzlespaß World of Goo und auch die Entstehungsgeschichten der beiden Ausnahmetitel ähneln sich. Wie beim Erstlingswerk von 2D Boy stehen auch hinter Auditorium lediglich zwei Programmierer, die ihr Projekt zunächst aus eigener Tasche finanziert haben. Und Publisher die vor einiger Zeit noch abgewunken haben, melden sich nun und interessieren sich für eine Umsetzung auf die Konsolen.

Die Faszination von Auditorium ergibt sich aus dem Zusammenspiel der Licht- und Soundeffekte. Jedem Container sind bestimmte Musikinstrumente und Melodien zugeordnet. Je nach Füllstand verändert sich dabei die Lautstärke und zum Ende jeden Levels verbinden sich die einzelnen Samples zu einer harmonischen Komposition. Die wild umher fliegenden Partikel zeichnen dazu fantastische Figuren die besonders im späten Spielverlauf sehr bunt ausfallen. Zusammen ergibt sich dann ein Eindruck, den keine Crysis-Grafik und kein Call of Duty-Bombast-Sound so vermitteln kann: Es ist einfach schön.

Wenn Ihnen das Flash-Spiel mit vier Akten nicht ausreicht, können Sie für knapp acht Euro auch auf die Vollversion mit über 15 Akten und 70 Level zurück greifen. Alle wichtigen Informationen dazu finden Sie auf der offiziellen Webseite.

Fazit: Auditorium fesselt durch seine kniffligen Rätsel und ist dabei so entspannend wie eine Yoga-Sitzung – das Zusammenspiel von Grafik und Sound versetzt in tranceähnliche Zustände. Eigentlich das perfekte Spiel für Zwischendurch, wenn man sich nur wieder lösen könnte. Unbedingt ausprobieren!


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