3D ohne 3D-Brille - Laut Samsung schlecht und teuer [Update3]

Stereoskopisches 3D noch nicht einmal durchgesetzt, da gibt es Anzeichen dafür, dass es in wenigen Jahren bereits veraltet sein wird.

von Georg Wieselsberger,
01.09.2010 13:01 Uhr

Wie unsere Kollegen der amerikanischen GamePro schreiben, wird die 3D-Brille in wenigen Jahren bereits Geschichte sein. Auto-Stereoskopisches 3D, kurz auch Auto 3D genannt, ist eine 3D-Technik, die vollkommen ohne Brille auskommt und die beispielsweise beim neuen Nintendo 3DS verwendet wird.

Der 3D-Filter befindet sich dabei vor dem Bildschirm und bietet für verschiedene Blickwinkel jeweils das richtige 3D-Bild. Bisher ist das vor allem bei kleineren Bildschirmen wie dem Nintendo 3DS oder dem Hitachi Wooo-Handy möglich. Je größer der Bildschirm, desto mehr Blickwinkel oder Zonen müssen berücksichtigt werden, was eine höhere Bildrate oder Auflösung bedingt, da jeweils ein komplettes 3D-Bild pro Zone angezeigt werden muss. Für den Heimbereich sei dies aber bald kein Problem mehr, nur für das Kino bräuchte man bis zu 64 Zonen und damit extrem hohe Auflösungen.

Laut Mark Long, dem Gründer von Zombie Studios, wird es in spätestens 10 Jahren nur noch Auto 3D geben, das Sterben der 3D-Brille soll bereits in fünf bis maximal acht Jahren beginnen. Auch Reuben Langdon, Präsident von Just Cause Productions, die an 3D-Titeln wie Resident Evil 5 oder Lost Planet 2 arbeiten, ist davon überzeugt, dass man in »ein paar Jahren« keine 3D-Brillen mehr benötigt.

Er werde ständig darauf angesprochen, dass 3D zwar toll sei, man aber diese »blöden Brillen« tragen müsse. Die Tatsache, dass Nintendo Auto 3D schon jetzt einsetzt, beweist seiner Meinung nach, dass dies die 3D-Technik der Zukunft ist. Die 3D-Brille ist also bestenfalls eine Zwischenlösung mit im Grunde schon veralteter Technik.

Update 25.08.2010

Der japanische Hersteller Toshiba wird noch vor Ende des Jahres die ersten 3D-Fernseher auf den Markt bringen, die keine 3D-Brillen mehr benötigen. Laut Breitbart.com plant das Unternehmen die Veröffentlichung von drei TV-Modellen, die vor Weihnachten erhältlich sein und jeweils mehrere Tausend US-Dollar kosten werden.

Die Fernseher verwenden die »Auto 3D«-Technik, die demnach sogar noch schneller als erwartet auf den Markt kommt. Die bisherigen Verkäufe von 3D-Fernsehern sollen nicht so hoch sein wie von der Industrie erwartet, außerdem hätten sich viele Kunden über die irritierenden 3D-Brillen beschwert. Dieses Problem tritt bei der neuen 3D-Technik nicht auf. Eine offizielle Ankündigung von Toshiba zu den neuen Geräten gibt es aber noch nicht.

Update 29.08.2010

Auf der am 3. September startenden IFA in Berlin wird laut Heise nicht nur Toshiba mit seiner neue Autostereoskopische 3D-Technik zu sehen sein, sondern auch das Fraunhofer Heinrich Hertz-Institut mit einem sogenannten »multimodalen 3D-Display«.

Diese Geräte können 3D-Inhalte entweder für eine Person oder für mehrere Personen darstellen, indem Kameras die Augen der Zuschauer verfolgen und das Display die Wiedergabe entsprechend anpasst. Dabei ist weder eine 3D-Brille notwendig, noch treten größere Zeitverzögerungen auf, wenn sich ein Zuseher bewegt.

Auch in diesem Fall wird deutlich, dass die Verwendung von 3D-Brillen eigentlich nicht mehr dem Stand der Technik entspricht, was die Kaufentscheidung für einen der aktuellen 3D-Fernseher nicht gerade leichter macht.

Update 01.09.2010

Samsung, einer der großen Konkurrenten von Toshiba, ist nach einer Meldung von PC Advisor nicht davon überzeugt, dass 3D ohne 3D-Brille in absehbarer Zukunft eine große Rolle spielen kann.

Laut John Revie, dem Vizepräsidenten des Home-Entertainment-Bereichs von Samsung, hätten die verfügbaren Panels dafür eine zu niedrigere Auflösung und seien außerdem sehr teuer. Doch selbst wenn man die kleine Auflösung akzeptiere, müsse der Zuschauer fast bewegungslos vor dem Fernseher sitzen, da ansonsten Bildstörungen auftreten würden. Trotzdem investiert auch Samsung stark in 3D und will den Fernseher zukünftig über das Internet mit 3D-Inhalten versorgen.

Ob John Revie die »multimodale« Technik des FHH-Instituts bekannt ist, die durch Kameras die Bewegungen von Zuschauern erkennt und das Bild anpasst, ist nicht klar. Wie gemeldet wird das FHH-Institut auf der IFA ein solches Display präsentieren.

» Nvidias 3D Vision Surround im Test


Kommentare(54)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.