Bite Fight - Browserspiel des Tages

Mundgeruch und Haare auf dem Rücken? Wenn sich Vampire und Werwölfe nachts gemeinsam ein Stelldichein geben, kann das nicht gut gehen. Da wird auch schon mal kiloweise Fleisch aus den Wunden gerissen und als Beute nach Hause gebracht.

von Gerald Meyer,
27.08.2008 17:00 Uhr

Mundgeruch und Haare auf dem Rücken? Wenn sich Vampire und Werwölfe nachts gemeinsam ein Stelldichein geben, kann das nicht gut gehen. Da wird auch schon mal kiloweise Fleisch aus den Wunden gerissen und als Beute nach Hause gebracht.

Wenn die Beute die Meute verzückt

Weil beide Abarten des Bösen in Bite Fight relativ gleichwertige Fertig- und Fähigkeiten haben, erscheint auch hier aller Anfang leicht: zwei bis drei Stunden werden vom Spieler aus Neugierde gerne absorbiert.

Während Sie auf der nächtlichen Jagd sind, sich blutigen amüsieren und der überdimensionale Vollmond aus allen künstlichen Nähten platzt, dürfen Sie Abstecher in die Stadt machen, um bspw. den Händler, die Taverne oder die Bibliothek aufzusuchen. In der Taverne können Sie leichte, mittelschwere und schwere Aufträge annehmen, beim Händler bei entsprechendem Goldbestand Waffen, Tränke, Helme, Rüstungen und andere Gegenstände erwerben. In der Bibliothek werden Papiere umgeschrieben, mit dem Nachteil, dass der Bekanntheitsgrad nachlässt; Sie können Ihren Pass auch fälschen lassen (ist schon eine komische Vorstellung, dass Vampire und Werwölfe einen Pass aus dem struppigen Fell oder dem gestärkten Kragen zaubern und fordernd auf den Tisch des krummbuckligen Beamten werfen.) Auf dem Friedhof gibt’s Lohn für »ehrliche« Arbeit, was an Zynismus in diesem Fall nicht mehr zu übertreffen ist; der Marktplatz bietet eine Fülle an Allerlei, und das große Mysterium der Stadt ist die berühmte »Grotte«, aus der noch niemand lebend zurückgekehrt ist.

Versteck dich (nicht)!

Die eigentlich sympathische Hauptattraktion ist jedoch Ihr Versteck, das Sie sich in Einzelbildern auf- und ausbauen und das wesentlichen Einfluss auf Ihren Schutz während Ihrer Abwesenheit in den blutroten Gemächern von Bite Fight hat.

Wichtige Artefakte – die Schatztruhe, der Gargoyle, das Buch der Unterwelt –, die mehrfache Wirkungen und (Schatz-)Schutz versprechen, dürfen mit extrem wenig Glück alle vier Wochen per Realmoney/Realcash bedient werden.

Das Postfach unterrichtet Sie über alle aktuell geschehenen Aktionen, eine Buddyliste und die Möglichkeit auf eine Clangründung runden das Spektakel zugunsten des Spielerlebnisses ab. Der Notizblock hingegen ist vollkommen überflüssig.

Im Forum werden übrigens Spielregeln erklärt, allerdings die des Forums, und nicht etwa Grundideen oder eine Hintergrundgeschichte. Es ist zwar schön, wenn jeder seine eigene Fantasie ausleben kann, aber ein roter (Geschichts-) Faden hätte nicht geschadet. Und auch die minutiöse Planung, die kein Unterbrechen der Spielzüge oder ein freiwilliges Dahinscheiden zulässt, stimmt ein wenig verdrießlich. De facto ist Bite Fight aber sehr unterhaltsam – und wenn man als Schattenfürst spielt, sogar leicht süchtig machend.

Fazit: Einfach ausprobieren und den blutigen Trieben seinen Lauf lassen...
Bleibt mir noch, den aus den Nähten geplatzten Mond wieder zusammenzuflicken und den kleinen Mann darin... naja, ehrlich gesagt habe ich heute noch nichts gegessen.

Name:

Bite Fight

Webseite:

Sprache:

deutsch

Genre:

Horror

Präsentation:

+++

Zugänglichkeit:

+++

Spielspaß:

+++

Downloadclient:

nein

Premium:

ja

Zeitaufwand:

niedrig

Lästerfaktor:

+++

Gerald Meyer, Jahrgang 1975, ist freiberuflicher Autor; zuletzt erschien von ihm Das Abandonware-Lexikon. Meyer war Gründer des „G. Meyer Taschenbuch Verlag“, in dem insgesamt 52 Titel erschienen sind, u. a. Klassiker-Neubearbeitungen, vorwiegend jedoch Newcomer aus dem Underground. Er ist Mitglied im Komitee des Kurd-Laßwitz-Preises. Website: www.geraldmeyer.de


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