Michael Bay : Digital Domain Digital Domain Michael Bay, Regisseur von Filmen wie »Armageddon« und »Pearl Harbor«, scheint Computerspiele als lukratives Geschäft entdeckt zu haben. Erst Mitte April berichteten wir über die geplante Verfilmung der Prince of Persia-Spiele, bei der Bay voraussichtlich Regie führen wird. Doch scheinbar will der Regisseur auch den umgekehrten Weg gehen und aus Hollywood-Blockbustern Computerspiele machen. Dies zumindest geht aus einem Artikel der Los Angeles Times hervor (Registrierung notwendig).

Die Rede ist von einem Ego-Shooter mit einem 25 Mio. Dollar Budget, über den bisher noch keinerlei Informationen vorliegen. Das Spiel soll allerdings Teil einer großen Umstrukturierung von Digital Domain sein. Das Special-Effects-Studio, dessen Aufsichtsratsvorsitzender Michael Bay ist, soll zu einem vollständigen Produktionsstudio ausgebaut werden und aus der Verschränkung von Computerspielen und Filmen Kapital schlagen. So könne man einmal entworfene digitale Charaktere zukünftig sowohl in Filmen wie auch in Computerspielen verwenden.

Bay steckt seine Ziele dabei hoch: Seine Spiele sollen mit der Qualität eines Hollywoodfilms mithalten können. Das diese mitunter auch mal nicht so hoch ist, erwähnt der Regisseur freilich nicht. »Ich entwerfe Weltklasse Bilder«, so Bay. »Warum sollte ich diese Bilder nicht in Spiele einbinden?«

Erste Erfahrungen mit Computerspielen konnte Digital Domain bereits sammeln. So entwarf das Studio erst kürzlich einen 60 Sekunden langen Fernsehspot zum Xbox 360-Spiel Gears of War. Dabei verwendeten die Visual-Effects-Künstler allerdings nicht die übliche Software, die beim Rendern von 3D-Animationen in Filmen eingesetzt wird. Vielmehr griff man direkt auf die 3D-Engine von Gears of War zurück und konnte den Werbeclip auf diese Weise in nur fünf Wochen fertig stellen.

Analysten prophezeien Michael Bays Computerspiel-Ambitionen jedoch eine schwierige Zukunft. Der Markt der Computerspiele sei hart umkämpft und bereits von etablierten Unternehmen dominiert. Branchenriesen wie Activision, Electronic Arts und THQ werden das Feld sicherlich nicht freiwillig räumen.