Nintendo : Die Organisation Enough Project, die weltweit Menschenrechtsverletzungen aufdeckt, veröffentlichte auch dieses Jahr eine Liste großer Elektronik-Unternehmen, die proaktive Schritte verfolgen, ihre Lieferketten auf »Konflikt-Mineralien« (auch Blutmineralien genannt) zu prüfen und gegen Menschenrechtsverletzungen bei deren Gewinnung vorgehen.

Zur Erklärung: Diverse Mineralien wie etwa das giftige Indium und Koltan sind sehr selten und/oder schwierig abzubauen und somit auch entsprechend teuer – aber eben für die Herstellung vieler Waren, vor allem im Elektronikbereich notwendig. Kein Wunder also, dass einige Unternehmen diese Mineralien aus Konfliktgebieten beziehen, etwa dem an Bodenschätzen reichen, aber auch von Konflikten gebeutelten Kongo. Hier werden diese Mineralien nicht selten unter menschenunwürdigen Bedingungen unter Beobachtung durch Milizen abgebaut.

Viele Firmen achten daher verstärkt darauf, ihre Lieferketten »sauber« zu halten und gehen sogar aktiv gegen die Beschaffung von Blutmineralien vor. Etwa Intel, die dieses Jahr in den »Conflict Minerals Company Rankings« den ersten und damit vorbildlichsten Platz belegten. Ebenfalls oben mit dabei sind Unternehmen wie HP, AMD, Microsoft, Apple, Dell und Philips.

Im Mittelfeld, wo noch Verbesserungsbedarf besteht, befinden sich etwa IBM und Sony. Mit genau Null Punkten im Ranking bildet das familienfreundliche Unternehmen Nintendo, für dessen Produkte ebenfalls Materialien aus dem Kongo bezogen werden, das Schlusslicht. Demnach hat der japanische Konzern praktisch nichts dafür getan, seine Lieferketten auf entsprechende Konflikt-Mineralien zu überprüfen.

»[Wir] lagern die Herstellung und die Montage von allen Nintendo-Produkten zu unseren Produktionspartnern aus und sind daher nicht direkt in die Beschaffung der Rohmaterialien, die letztlich in unseren Produkten eingesetzt werden, involviert.« so eine Nintendo-Sprecherin gegenüber CNN.

»Trotzdem nehmen wir unsere soziale Verantwortung als global operierendes Unternehmen sehr ernst und erwarten daher von unseren Produktionspartnern dasselbe.«

Das Ziel sollte laut Enough Project aber nicht sein, den Handel mit Mineralien aus dem Kongo komplett zu unterbinden, sondern statt dessen sicherzustellen, woher genau die Güter stammen um so einen »sauberen und fairen Handel« gewährleisten zu können.

Quelle: Conflict Minerals Company Ranking 2012