Eidos Montreal : Stephane D'Astous, Ex-Chef von Eidos Montreal Stephane D'Astous, Ex-Chef von Eidos Montreal Vor kurzem gab Stephane D'Astous, Chef des Entwicklerstudios Eidos Montreal ( Deus Ex: Human Revolution , Thief ) bekannt, dass er das Unternehmen verlassen werde. In einem Interview mit der US-amerikanischen Webseite Polygon, erhebt D'Astous nun schwere Vorwürfe gegenüber seinem ehemaligen Arbeitgeber Square Enix, dem Mutterkonzern von Eidos Montreal.

»Unser letztes Geschäftsjahr war offensichtlich kein besonders tolles. Ich glaube, dass einige wichtige Entscheider [bei Square Enix Europa] fast in Panik gerieten und es sehr schwer war, herauszufinden, was wir ändern mussten. Es hat sehr lange gedauert, bis Informationen aus dem Hauptquartier zu hören waren. Leider waren die Entscheider bei den Studios nicht in den strategischen Plan involviert. (...)

Wir haben drei Triple-A-Titel auf den Markt gebracht ( Hitman: Absolution , Tomb Raider , Sleeping Dogs ) und trotz des guten Line-Ups und einigen großartigen Testberichten haben wir unsere finanziellen Ziele nicht erreicht. Das hat einige Leute ziemlich erschüttert. Als die Geschäftsergebnisse bekannt wurden, waren wir alle sehr überrascht. (...)

Square Enix muss lernen wie man Spiele verkauft.«

D'Astous sagt, Square Enix habe einen Plan für die Zukunft entwickelt, ohne die Studiochefs mit einzubeziehen. Diese seien vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Strippenzieher hinter der neuen strategischen Ausrichtung sei Phil Rogers, CEO von Square Enix Europa. D'Astous selbst habe monatelang versucht, Square zum Einlenken zu bewegen, sogar mit seinem Weggang gedroht.

»Ich habe seit März wirklich versucht, meine Sorgen zu kommunizieren, meine Ratschläge, meine Empfehlungen. Es war sehr angespannt. (...) Square Enix sitzt ganz schön in der Klemme, weil Kompromisse gemacht wurden, Investitionen die man besser nicht gemacht hätte und Dinge in die sich nicht investiert haben, aber dies besser getan hätten.«

Square Enix hat bereits einige Umstruktierungen beim Personal vorgenommen und den Strategie-Masterplan für die nahe Zukunft bei einer Konferenz vorgestellt.