Kickstarter : ICO verzeichnet für 2014 einen deutlichen Rückgang der Investitionen für Spiele auf Kickstarter. ICO verzeichnet für 2014 einen deutlichen Rückgang der Investitionen für Spiele auf Kickstarter.

Laut einer Analyse der Beraterfirma ICO Partners ist auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter dieses Jahr mit deutlich weniger Investitionen für Videospiele zu rechnen als im vergangen Jahr. ICO Partners hat Zahlen von der ersten Jahreshälfte 2014 herangezogen, hochgerechnet und mit den Daten von 2013 verglichen.

Demnach ist bereits die Anzahl der über Kickstarter finanzierten Spiele-Projekte rückläufig. Vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2014 wurden 175 Kampagnen erfolgreich beendet. Hält der Trend an, ist am Jahresende also mit 350 erfolgreichen Kampagnen zu rechnen. Das wären über 20 Prozent weniger als die 446 erfolgreichen Videospiele-Kampagnen im letzten Jahr.

Wesentlich deutlicher fällt die Entwicklung bei der für Spiele investierten Summe aus. ICO Partners kommt für die erste Jahreshälfte 2014 auf einen Gesamtbetrag von etwa 13,5 Millionen US-Dollar, der Spielentwicklungen auf Kickstarter zugesprochen wurde. Selbst auf das ganze Jahr extrapoliert (27 Millionen) ist damit also ein Rückgang um fast die Hälfte gegenüber der etwa 58 Millionen US-Dollar im Jahr 2013 zu verzeichnen.

ICO Partners führt dazu einen interessanten Zusammenhang an: In der ersten Jahreshälfte 2014 wurden gerade mal drei Spielen über 500.000 US-Dollar auf Kickstarter zugesprochen, nämlich Kingdom Come: Deliverance, Amplitude und Unsung Story. Im Gesamtjahr 2013 waren es ganze 21 Spiele-Projekte, die mehr als eine halbe Million US-Dollar über die Plattform erhielten. Vor allem auch bekannten Marken wie Torment, Elite, Camelot oder Dreamfall räumten letztes Jahr bei dem Crowdfunding ab.

Als einen anderen Faktor für den Rückgang auf Kickstarter wird in der Analyse von ICO Partners der Start von Steam Early Access angeführt. Viele PC-Entwickler würden die Verkäufe von Vorabversionen jetzt für die Finanzierung ihrer Projekte verwenden, anstatt Crowdfunding-Kampagnen zu starten.

Und der ganze »Enthusiasmus« von dem das Crowdfunding nach dem Erfolg der Double-Fine-Kampagne für Broken Age geprägt war, hätte sich nach zwei Jahren zugunsten von mehr Vorsicht bei den Geldgebern gelegt. Es sei mittlerweile schwieriger, die Kickstarter-User zu beeindrucken. Nachdem Fehlschläge wie bei Clang und Yogscast bekannt wurden, hat sich mehr Skeptik breit gemacht.

Ab dem 19. Oktober greifen bei Kickstarter neue Bedingungen, mit denen Geldgebern mehr Rechte gegenüber den Urhebern von Projekten eingeräumt werden sollen.