Rob Pardo, Josh Mosqueira und Co : Bonfire Studios ist die neue Heimat von fünf ehemaligen Blizzard-Angestellten. Um Unbekannte handelt es sich dabei definitiv nicht. Bonfire Studios ist die neue Heimat von fünf ehemaligen Blizzard-Angestellten. Um Unbekannte handelt es sich dabei definitiv nicht.

Im Juli 2014 hat Rob Pardo nach 17 Jahren Firmenzugehörigkeit das Entwicklerstudio Blizzard verlassen. Dort war er unter anderem an StarCraft beteiligt und leitete später als Lead-Designer die Entstehung des Online-Rollenspiels World of Warcraft.

Wohin ihn sein Berufsweg führt, verrät er nun über zwei Jahre später: Bonfire Studios heißt sein neues berufliches Zuhause. Gemeinsam mit vier weiteren Ex-Blizzard-Mitarbeitern hat Pardo das neue Entwicklerstudio in Kalifornien gegründet.

Bekannte Ex-Angestellte von Blizzard

Zu den fünf Gründungsmitgliedern gehören Min Kim (ehemaliger Lead-Game-Designer), Nick Carpenter (ehemaliger Vice President of Art & Cinematic Development), Josh Mosqueira (ehemaliger Game Designer) und Matt Versluy (Ehemaliger Director of Engineering).

In Spielerkreisen dürfte davon insbesondere Mosqueira ein bekannter Name sein. Der Entwickler war bis Juli 2016 als Game-Director für Diablo 3 verantwortlich und hat als Nachfolger des bei der Community unbeliebten Jay Wilson (Auktionshaus, Schimpftirade etc.) einige populäre Design-Entscheidungen getroffen.

Riot Games investiert

Pardo und seine Mitstreiter haben für die Gründung von Bonfire Studios insgesamt 25 Millionen US-Dollar von einer Investment-Firma und von Riot Games (League of Legends) erhalten. Zuvor hatte bereits der ehemalige Electronic-Arts-Chef John Riccitiello investiert.

Online-Multiplayer-Spiele im Fokus

Ein Spiel befindet sich bei Bonfire bisher nicht in Arbeit. Allerdings will sich das Entwicklerteam laut Pardo auf die Entwicklung von Online-Multiplayer-Spielen fokussieren. Ziel ist es, die von Clans und Gilden aus World of Warcraft bekannten sozialen Verbindungen zwischen den Spielern zu fördern. Ob für mobile Endgeräte, den PC oder beides muss noch entschieden werden.

Aktuell beschränken sich Pardo und Co auf die Einstellung von Mitarbeitern. Mit denen möchte man dann kleine, spezialisierte Teams gründen, Ideen hervorbringen und Prototypen erstellen.

Negativ behafteter Name

Witziges Detail am Rande: Bonfire Studios gab es schon einmal. 2009 gründeten ehemalige Mitarbeiter von Ensemble Studios (Age of Empires, Halo Wars) das neue Unternehmen und stellten 35 Mitarbeiter an. Ein Jahr später kaufte Zynga (Farmville) die Firma auf und benannte sie in Zynga Dallas (CastleVille) um. 2013 stampfte der Social-Games-Gigant sein eigentlich erfolgreiches Tochterunternehmen dann wieder ein und entließ alle ehemaligen Ensemble-Angestellten.

Silicon & Synapse
Jeder fängt mal klein an, so auch Blizzard. Das Unternehmen wurde 1991 von den drei frischgebackenen Universitäts-Absolventen Michael Morhaime, Allen Adham und Frank Pearce unter dem Namen Silicon & Synapse gegründet. Das Studio entwickelte eher wenige eigene Spiele und portierte vor allem die Spiele anderer Firmen auf neue Systeme. Die bekanntesten Eigenkreationen aus jener Zeit sind das Rätsel-Jump&Run The Lost Vikings und das Rennspiel Rock'N'Roll Racing, welches mit Paranoid von Black Sabbath einen sehr markanten Titelsong hatte.

Nachdem Silicon & Synapse 1994 von Davidson & Associates gekauft wurde, änderte man den Namen zunächst in Chaos Studios. Dabei wäre es auch geblieben - bis sich herausstellte, dass der schon von einer anderen Firma besetzt war. So überlegte man sich einen neuen Namen und kam auf Blizzard Entertainment. In diesem Jahr erschien dann auch der erste große Erfolg des Unternehmens - Warcraft: Orcs & Humans.