Zu viel Pornos und Videospiele - Stanford-Professor: »Grund für Verwahrlosung junger Männer«

Der Autor Dr. Philip Zimbardo, bekannt durch das Stanford Prision Experiment, behauptet in seinem aktuellen Buch, dass Pornografie und Videospiele für »den Untergang von männlichen Jugendlichen« verantwortlich seien.

von Maximilian Walter,
24.05.2012 17:38 Uhr

Prof. Dr. Philip Zimbardo spricht über seine Studie. Prof. Dr. Philip Zimbardo spricht über seine Studie.


In seinem Buch (und dem gleichnamigen Vortrag) »The Demise of Guys: Why Boys Are Struggling and What We Can Do About it« behauptet Prof. Dr. Philip Zimbardo (bekannt für das Stanford Prison Experiment) und seine Assistentin Nikita Duncan, dass »Spiele und Pornos zu einer »Erregungs-Abhängigkeit« führen. Im Gegensatz zu »normalen« Abhängigkeiten, wo der Konsument immer wieder das selbe Gefühl haben will, braucht ein »Erregungs-Abhängiger« immer stärkere Impulse.

Den Autoren zu Folge, führt das zu einer Generation von Jugendlichen, die Risiken, Beziehungen, Schule und Arbeit scheuen. Laut der amerikanischen Nachrichtenseite CNN.com begründen die Autoren ihre Theorie unter anderem mit dem Tot von Seungseob Lee, der nach 50 Stunden StarCraft am Stück verstarb, und dem norwegischen Attentäter Breivik, der während der Gerichtsverhandlung zugab, Call of Duty und World of Warcraft gespielt zu haben.

Im Interview mit dem Herausgeber des Buches und Veranstalter der gleichnamigen Vortragsreihe TED erklärt sich Duncan folgendermaßen:
»Die Technologie ist nicht das Problem. Vielmehr ist es der Missbrauch selbiger. Es gibt eine generelle Überbenutzung von Videospielen und Pornografie – besonders bei sozialer Vereinsamung – die von anderen Aktivitäten, wie Sport oder verbale Gespräche mit Mitmenschen, nicht ausgeglichen werden.«

Und Dr. Zimbardo ergänzt: »Die Gehirne von jungen Männern werden durch verschriebene Medikamente und Drogen überstimuliert und durch Spiele verführt. All das macht sie weniger motiviert mit der sich schnell entwickelnden Umwelt umzugehen. Junge Männer werden gesellschaftlich, sexuell und finanziell einfach zurück gelassen.«


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