Call of Duty 4: Modern Warfare - Multiplayer angespielt

von Rene Heuser,
23.08.2007 14:00 Uhr

Die gut Nachricht zuerst: Call of Duty 4 spielt sich im Mehrspielermodus genauso packend wie der zweite Teil. Der Abschied vom Zweiten Weltkrieg hat dem Spiel in keiner Weise geschadet, ganz im Gegenteil. Publisher Activision hatte am gestrigen Abend auf einen verlassenen Flughafen in der Nähe der Games Convention eingeladen. Was eigentlich eine lockere After-Show-Party am Abend sein sollte, wurde letztlich zu einer mehrstündigen Dauerzockerei im LAN für drei GameStar-Redakteure. Die Entwickler von Infinity Ward waren selbst zur Messe angereist und hatten zehn PCs aufgebaut, auf denen wir drei Mehrspielerkarten im Team-Deathmatch-Modus ausgiebig ausprobieren konnten.

Und bereits nach den ersten Runden kam wieder das typische Call of Duty-Flair auf; mit erbitterten Kämpfen in schmalen Gassen, hinterhältigen Scharfschützen und der pulstreibenden Katz-und-Maus-Jagd über die ganze Karte. Besonders angetan hat uns dabei die Nah-Ost-Karte Crash, mit einem abgestürzten Chinook-Hubschrauber in der Mitte. Da die Karte sehr eng ist und zahllose Verstecke und Durchgänge hat, blieb nie Zeit zum Verschnaufen. Ständig entbrannten Zweikämpfe und flogen Granaten über die niedrigen Mauern. Und trotz der neuen Waffen wie Granatwerfer, C4, Panzerfaust und Technologien wie UAV-Radaraufklärung ist das Spielerlebnis von Call of Duty 4 erstaunlich ähnlich zu den vorherigen Teilen.

Das mag sicherlich Anhänger von realistischeren Ego-Shooter abschrecken, alte Call of Duty-Fans dürften jedoch erleichtert sein, das sich bis auf das Szenario nicht zu viel geändert hat. Nettes Atmosphäre-Detail am Rande: Die Spielfiguren geben automatisch Statusmeldungen über den Funk ab. So hören wir sofort, wenn ein Kollege sein Magazin wechselt oder er einen Gegner gesehen hat.

Die größte Neuerung ist im Grunde das Charaktersystem. Während in Call of Duty 2 noch feste Klassen vorgegeben wurden, können wir im vierten Teil unseren komplett eigenen Soldaten zusammenbauen. Zum Anfang, als einfacher "Private", stehen erst einmal nur die fünf Grundversionen zur Auswahl: Assault, Recon, Heavy Gunner, Demolition und Sniper. Mit jedem Abschuss und jedem Rundensieg steigt aber unser Punktekonto und wir klettern recht schnell im Rang. Bereits während der rund zwei Stunden im LAN konnten wir ein halbes Dutzend neue Waffen, Waffenzusätze und Perks freischalten. Vor allem diese Spezialfähigkeiten, die so genannten Perks, lassen viele neue Taktiken zu. So lassen sich mit dem UAV-Jammer die Gegner überlisten, weil wir nicht mehr durch den Radar aufgedeckt werden. Ideal um beispielsweise die feindliche Flagge zu stehlen oder dem Gegner in den Rücken zu fallen.

Die Perks sind dabei in drei Kategorien aufgeteilt. Aus jeder können wir aber nur eine auswählen. Zur ersten Perkgruppe gehören Explosiv-Waffen. Dort können wir beispielsweise C4 einpacken, einen Raketenwerfen aufschnallen oder ein paar Extragranaten auswählen. In der zweiten Kategorie sind eher die physischen Eigenschaften zusammengefasst: Extreme Condition lässt uns länger sprinten, während Steady Aim unsere Genauigkeit beim Schießen aus der Hüfte erhöht. In der dritten Sparte sind dann eher technische Verbesserungen zu finden: Stopping Power erhöht die Durschlagskraft unserer Kugeln und Deep Impact ermöglicht das Durchlöchern von dicken Wänden.

Call of Duty 4 soll Anfang November erscheinen. Einige weitere Impressionen von dem Event finden Sie in unserer Online-Galerie.


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