Caribic Islands - Browserspiel des Tages - Ahoi, ihr alten Landratten!

Caribic Islands versucht den Charme der Karibik zu versprühen und das leichte Leben der Piraten zu simulieren.

von Gerald Meyer,
01.09.2008 17:00 Uhr

In den kommenden Wochen stellen wir Ihnen jeweils wochentags um 17:00 Uhr Browserspiele vor, die sich auf dem deutschen Markt etabliert haben. Dabei handelt es sich um bekannte und weniger bekannte, gute und weniger gute Browserspiele.

Im vierten Teil unserer Serie "Browserspiel des Tages" widmen wir uns dem Strategiespiel Caribic Island.

Ahoi, ihr alten Landratten! Caribic Islands versucht den Charme der Karibik zu versprühen und das (scheinbar) leichte Leben der Piraten zu simulieren.

Futter für die Fische und Skorbut für den Koch

Die Ozeankarte am Anfang sieht ein wenig chaotisch aus – ein einfacher Klick in die nummerierten Gewässer genügt allerdings.Die Ozeankarte am Anfang sieht ein wenig chaotisch aus – ein einfacher Klick in die nummerierten Gewässer genügt allerdings.

Lockere Lebensfreude kommt jedoch nur selten auf. Hier wird einmal mehr bewiesen, dass Emotionen in fast sämtlichen Computerspielen viel zu kurz kommen. Wie in so vielen Klonen reichen das Aneinanderreihen von Fakten und vorhersehbare Strategien nicht aus, auch wenn es sich um das noch entwicklungsfähige Genre der Browsergames handelt.

Es beginnt damit, dass sofort nach den ersten Baumanövern Materialknappheit herrscht, also gewartet werden muss, bis die Ressourcen wieder aufgefüllt sind, und ständiges Aktualisieren auf dem Tagesplan steht. Haben Sie alle wichtigen Gebäude auf Stufe 1 gelevelt und schlafen eine Nacht drüber, geht’s an den Ausbau Ihrer kleinen Kolonei – ei ei. Der gestaltet sich dann zwar während des beginnenden Spielflusses nicht mehr ganz so zäh, dennoch bleiben die Aktionen strategisch so vorhersehbar wie das Ende eines Rosamunde-Pilcher-Films.

Blutiges Wellenrauschen

Das übliche Siedeln beginnt – Holz, Stein und Nahrung sind Ihre Grundvoraussetzungen.Das übliche Siedeln beginnt – Holz, Stein und Nahrung sind Ihre Grundvoraussetzungen.

Brauchbar ist hingegen der flotte Ausbau des Dorfzentrums, der von Stufe zu Stufe das Ausspionieren Ihrer Tätlichkeiten für ihre durchaus realen Gegner weniger transparent gestaltet. Haben Sie Ihre Ressourcen ausreichend gepusht, beginnen der Bau und die Bemannung der Kaserne. Später folgen der Hafen, die Werkstatt und das Forschungslabor, in dem bspw. Nautik und Ballistik studiert werden können – ersteres ermöglicht Ihnen den Bau von neuartigen Schiffen, letzteres erhöht die Verteidigungs- und Angriffswerte von Katapulten. Haben Sie Ihre Flotte eingeschifft, begeben Sie sich auf die Reise zu anderen Inseln, um diese zu erobern und neu zu kolonisieren. Dies klappt lt. Handbuch in 70% der Fälle. Positiv zu verzeichnen ist der Noob-Schutz, der 25 Tage währt und der einem genug Zeit lässt, seine Siedlung auch durch eine Verteidigungsmauer zu schützen.

Fazit: Caribic Islands ist teilweise ein absoluter Langweiler, der souverän umgesetzt wurde und sich nur knapp ins Mittelfeld retten konnte. Echte Besonderheiten habe ich vergeblich gesucht. Da schicke ich den Klabautermann gerne auf die Reise...

Name:

Caribic Island

Webseite:

Sprache:

Deutsch

Genre:

Strategie

Präsentation:

+++

Zugänglichkeit:

+++

Spielspaß:

++

Downloadclient:

nein

Premium:

ja

Zeitaufwand:

mittelmäßig

Lästerfaktor:

+++

Gerald Meyer, Jahrgang 1975, ist freiberuflicher Autor; zuletzt erschien von ihm Das Abandonware-Lexikon. Meyer war Gründer des "G. Meyer Taschenbuch Verlag", in dem insgesamt 52 Titel erschienen sind, u. a. Klassiker-Neubearbeitungen, vorwiegend jedoch Newcomer aus dem Underground. Er ist Mitglied im Komitee des Kurd-Laßwitz-Preises. Website: www.geraldmeyer.de


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