Electronic Arts - Gerücht: Nexon will EA kaufen (Update)

Der südkoreanische Publisher Nexon soll EA ein Kaufangebot unterbreitet haben. Das berichten derzeit zahlreiche Wirtschaftsmedien.

von Michael Obermeier,
05.05.2012 18:00 Uhr

Update 05. Mai: Scheinbar hat die südkoreanischen Tageszeitung etwas zu vorschnell von einer Übernahme des Publishers Electronic Arts durch das auf Online-Spiele spezialisierte Unternehmen Nexon geträumt. Laut Nachforschungen des Magazins bloomberg.com handelt es sich bei der ganzen Sache um nichts anderes als Verhandlungen zwischen EA und Nexon bezüglich des Vertriebs und Betriebs von FIFA Online 2 im asiatischen Raum. Nexon soll hierfür die Infrastruktur sowie seine Kenntnisse über den örtlichen Markt bereit stellen.

Eine offizielle Stellungnahme von einem der beiden Unternehmen steht allerdings immer noch aus.

Michael Pachter hält den Nexon-EA-Deal für Quatsch.Michael Pachter hält den Nexon-EA-Deal für Quatsch.

Update 27. April.: Zur Diskussion um den Nexon-EA-Kauf hat sich jetzt auch der Finanz-Experte Michael Pachter eingeschaltet.

Der Wedbush-Morgan-Analyst hält die gesamte Geschichte jedoch für höchst unwahrscheinlich. Gegenüber Gamesindustry.biz führt Pachter sechs Gründe die gegen den Kauf sprechen an.

So wären weder die EA-Geschäftsführer bereit die Kontrolle über das Unternehmen abzugeben, noch würden die EA-Aktionäre die nach dem Kauf rasch im Wert fallenden Nexon-Aktien haben wollen. Zudem würde die EA-Geschäftsleitung mit großer Wahrscheinlichkeit ein Angebot von unter 30 US-Dollar pro Aktie ablehnen.

Das nächste Problem: Nexon müsste mit EA aus dem Stand ein Unternehmen leiten, das Mobile-, Social-, MMO- und normal im Handel verkaufte Spiele anbietet. In fast allen Marktsegementen hat Nexon keinerlei Erfahrung.

Auch Personal-Entscheidungen sind ein wichtiger Punkt: So würde EA bei einer Übernahme riskieren, dass Nexon wichtige Mitarbeiter entlässt. Zu guter Letzt bezweifelt Pachter, dass Nexon oder EA von einer Übernahme profitieren, da es kaum Synergie-Effekte gibt. Die Annahme Nexon könne die EA-Ressourcen effizienter einsetzen, sei laut Pachter ein Trugschluss.

Wird EA von Nexon gekauft?Wird EA von Nexon gekauft?

Ursprüngliche Meldung: Einer südkoreanischen Tageszeitung zufolge soll der Publisher und Entwickler Nexon dem Publisher Electronic Arts ein Kaufangebot unterbreitet haben. Das berichtet der Wirtschaftsnachrichtensender Bloomberg TV in einem Beitrag, nennt dabei aber nicht den Namen der Gazette.

Bislang gibt es weder eine Stellungnahme von Nexon noch von EA zur angeblich geplanten Übernahme. Die Börse reagierte jedoch prompt auf die Meldung: Derzeit ist der Aktienkurs von EA (nach 52 schwachen Wochen in Folge) um 8,1 Prozent auf 16,23 US-Dollar gestiegen.

Nexon ist ein ursprünglich südkoreanisches Unternehmen mit aktuellem Hauptsitz in Tokyo, Japan. Im Portfolio des Publishers finden sich viele erfolgreiche Online-Spiele wie MapleStory , Vindictus und Atlantica Online . Derzeit unterhält Nexon Niederlassungen in Südkorea, Japan, den USA und Europa. Erst im Dezember 2011 hatte Nexon den größten Börsengang Japans hingelegt.

Die Börsenbewertung von Electronic Arts liegt bei rund 5 Milliarden US-Dollar (Zum Vergleich: Nexon steht bei 8 Milliarden US-Dollar). Zwar erscheint es eher unwahrscheinlich, dass EA einem Kaufangebot einwilligt, trotzdem sprechen die 52 schlechten Börsenwochen eine deutliche Sprache.


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