Free2Play - Darum soll das Konzept so erfolgreich sein

Der bekannte Technik-Blogger Ben Thompson hat erklärt, was für ihn den Erfolg von Free2Play ausmacht. Der sei darin begründet, dass das Konzept »Gefühle verkaufen könne«.

von Elena Schulz,
21.11.2015 11:54 Uhr

Der Technik-Blogger Ben Thompson erklärt, was hinter dem Erfolg von Free2Play steckt.Der Technik-Blogger Ben Thompson erklärt, was hinter dem Erfolg von Free2Play steckt.

Free2Play ist für viele Spieler ein Unwort und vor allem die Ingame-Shops haben oft einen faden Beigeschmack von Pay2Win und Ausbeute. Der Technik-Blogger Ben Thompson hat in einem ausführlichen Blogeintrag erklärt, was für ihn das Erfolgsgeheimnis hinter Free2Play und seinen Ingame-Käufen ist.

Vor allem die Bedeutung der virtuellen Gegenstände in Spielen habe sich in unserer zunehmend digitalisierten Zeit verändert. So sei uns ihm zufolge ein virtuelles Objekt oftmals näher als etwas, das wir in der realen Welt erwerben.

"»Es ist egal, dass es digital ist, nebenbei gesagt: Die Realität jeder Person ist absolut da, wo sie sich entscheiden ihre Aufmerksamkeit und Zeit zu investieren. Das macht Spiele wie League of Legends sehr viel realer für ihre »Bewohner« als Fashion Boutiquen in Paris es jemals sein könnten - und sehr viel exklusiver. Schließlich gibt es in diesem Fall nur einen Anbieter.«"

Es hinge also stark von den eigenen Prioritäten ab, was man als sinnvolle Investition betrachtet. So sei es dem Blogger zufolge für manche sinnvoll 5.000 Dollar für eine Tasche auszugeben, während andere darüber nur den Kopf schütteln können - trotzdem sei der Ruf solcher Ausgaben aber noch besser, als in Ingame-Items zu investieren, obwohl die Tasche nicht über einen größeren Nutzen verfüge. Dabei sollten ihm zufolge doch vor allem nicht-permanente Ausgaben wie für Luxus-Hotels oder Erste-Klasse-Flüge noch viel weniger verständlich sein.

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Zumindest, wenn man nur auf den Nutzen Bezug nehme. Was Thompson zufolge bei solchen Dingen aber entscheidend ist, ist das Gefühl, das beim Kunden ausgelöst wird. So seien solche Dinge zwar kurzweilig, würden aber ein gutes Gefühl auslösen oder schlichtweg eine Wertschätzung ausdrücken. So betrachtet, sei in Wirklichkeit die Herangehensweise irrational, die sinnvollen Ausgaben auf nützliche und permanente Gegenstände zu beschränken.

"»Man kann zu dem Schluss kommen, dass darauf zu bestehen, dass Wert auf Gegenstände die permanent, physisch und einfach in einer Tabelle aufgelistet werden können, beschränkt sei, die wahre Irrationalität ist.«"

So spiele das Gefühl immer eine gleichwertige Rolle zum Nutzen. Eine Mechanik, die auch beim Free2Play greifen soll und es dem Spieler einfach macht, Geld für scheinbar wertlose virtuelle Objekte auszugeben. Diese verfügen laut Thompson über einen emotionalen Wert in der virtuellen Welt, der ähnlich wie Luxus-Ausgaben in der realen Welt funktioniert. Solche Schlüsse könnten vor allem für Entwickler interessant sein, die versuchen, ein funktionierendes Free2Play-Konzept in ihre Spiele zu implementieren.


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