gamescom - Rechtsstreit um Messegelände (Update)

Die Stadt Köln und eine Immobiliengesellschaft streiten um das Messegelände. Die gamescom ist aber nicht in Gefahr.

von Daniel Raumer,
11.08.2010 11:39 Uhr

Ein Streit um das Kölner Messegelände zwischen der Stadt, der Messegesellschaft und einem Immobilienunternehmen sorgt für Diskussionen um die diesjährige gamescom. Laut einem Bericht der Tageszeitung Die Welt drohe im schlimmsten Fall sogar die Zwangsräumung der größten europäischen Spielemesse. Die Leitung der gamescom beruhigt aber: Die Spielemesse sei nicht in Gefahr.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Einstellung der Mitzahlungen der Stadt Köln für einen Teil der Messehallen. Die Vertagskündigung hierfür sei nach Angaben der Stadt regulär erfolgt, trotzdem behält man sich ein Nutzungsrecht vor. »Die Kommune beruft sich auf eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, wonach das Mietgeschäft zwischen der Stadt und Oppenheim-Esch wegen einer fehlenden europaweiten Ausschreibung nicht zulässig ist«, so Die Welt.

Das aber bestreitet der Immobilienentwickler Oppenheim-Esch und fordert eine Zahlung der ausstehenden Miete. »Passiert das nicht, werden wir alle juristischen Optionen ziehen«, so ein Sprecher von Oppenheim-Esch – das würde im schlimmsten Fall die Zwangsräumung des Geländes bedeuten.

Dass es so weit kommt, ist aber mehr als unwahrscheinlich. »Wir gehen davon aus, dass sich die Tore der Messe öffnen werden und die gamescom nicht von einstweiligen Maßnahmen betroffen ist«, sagt der Geschäftsführer des Branchenverbands BIU Olaf Wolters gegenüber gamesindustry.biz. Die Schadensersatzzahlungen, die das Immobilienunternehmen zahlen müsste, wären immens, falls ein Gericht die Räumung im Nachhinein für rechtswidrig befindet.

UPDATE: Mittlerweile hat uns auch eine Aussage von Oliver P. Kuhrt, dem Geschäftsführer der Kölnmesse, erreicht. Er betont, dass es bei der Durchführung der gamescom keinerlei Schwierigkeiten gibt und geben wird.
»Selbstverständlich findet die gamescom statt!«, so Kuhrt. »Medienberichte, die das in Frage stellen, basieren auf Fehlinterpretationen der Sachlage und gehen an der Realität vorbei. Die ganze Stadt Köln freut sich bereits auf den Start am kommenden Mittwoch, die Aufbauarbeiten in den Hallen laufen bereits auf Hochtouren und die Stände nehmen langsam Form an. Besonderes erfreulich ist insbesondere, dass die gamescom im Vergleich zur starken Premiere sowohl noch etwas größer als auch noch internationaler wird.«


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