gamescom vs. Games Convention - Große Publisher pro Köln

Die großen internationalen und deutschen Publisher sprechen sich geschlossen für Köln auf.

von Frank Maier,
29.08.2008 09:24 Uhr

Köln oder Leipzig? Wo werden im kommenden Jahr die Publisher ihre Spiele präsentieren? Auf der Games Convention in Leipzig, die für eine Etablierung der größten europäischen Spielemesse in Deutschland gesorgt hat oder in Köln, wo sich laut Kölner Messegesellschaft die "wesentlich besseren Perspektiven" bieten? Diese Frage beschäftigt vor allem die Computerspieler in Deutschland.

Nachdem sich Ubisoft in einer Pressemitteilung am Mittwoch eindeutig auf die Seite der gamescom geschlagen hat (wir berichteten), kehren auch die anderen großen Publisher der Games Convention den Rücken. Wie das Branchenmagazin Gamesmarkt berichtet, sprechen sich nahezu alle nationalen und internationalen Publisher für eine Verlegung der Messe in die Domstadt aus. Alles andere als überraschend, sind doch alle großen Publisher (Activision, Atari, Eidos, Electronic Arts, Koch Media, Konami, Microsoft, Nintendo, Sony, Take 2, THQ, Ubisoft) auch Mitglied im BIU (Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V.), der letztendlich für den Standortwechseln nach Köln verantwortlich ist.

Die Gründe für Köln liegen nach Meinungen der Publisher klar auf der Hand. So stellt der Geschäftsführer von THQ, Stefan Krings, klar, das sich "bereits im vergangenen Jahr gezeigt hat, dass in Leipzig aufgrund seiner Lage, seiner Infrastruktur und seines Einzugsgebiets die Wachstumsgrenzen sowohl im Fachbesucher- als auch im Konsumentenbereich erreicht waren."
Auch Dr. Klemens Kundratitz, Geschäftsführer von Koch Media, äußert sich lobend über Köln: "Köln bietet uns eine ideale Plattform, unsere Branchenmesse auf deutschem Boden auch international als Leitmesse zu verankern".

Doch es gibt auch viele kritische Stimmen, vor allem von Branchenvertretern, die nicht im BIU Mitglied sind. "Sollte es nicht gelingen, den 'Spirit von Leipzig' zu übertragen und den Charakter der Order- und Fachmesse aufrecht zu erhalten, wird die neue gamescom nicht lange von den Nicht-BIU-Unternehmen mitgetragen werden können. Denn Materialschlachten kann sich keiner lange leisten, und dann sehen wir uns in zwei Jahren in London, Paris oder Madrid wieder - ohne deutschen Handel, ohne deutschen Publisher und ohne deutschen Branchenverband", mahnt bereits Christoph K. Weidner, Geschäftsbereichsleiter der MultiMediaManufaktur.

Noch deutlichere Worte findet Jan Beuck, Creative Director bei Master Creating (Entwickler von Legend): "Die Leipziger Messe hat geholfen, in Deutschland die internationale Leitmesse für Computerspiele zu etablieren und wird nun einfach fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel. Wenn alles immer dann, wenn es wirklich wichtig wird, wieder in den Westen verlegt wird, wozu wurde dann in Leipzig so viel aufgebaut"

Diese Art von Kommentaren könnte man beliebig fortsetzen. Sie zeigt aber eines überdeutlich: Die Branche ist mehr als gespalten. Fortsetzung folgt...


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