GDC: id Softwares 90 Prozent

von Jörg Langer,
08.03.2003 21:47 Uhr

id-Chef Todd Hollenshead (spricht sich "Hollen-sched") gab auf der GDC folgenden denkwürdigen Satz zu Protokoll: "Wenn du bei einem Spiel zu 90% fertig bist, hast du nur noch 90% vor dir!" Keine beruhigende News für alle, die auf das für Ende 2003 geplante Doom 3 warten. Hollenshead weiter: "Wichtiger als Termine einzuhalten ist ein gutes Verhältnis zu deinem Publisher, sodass sich Komplikationen lösen lassen. Letztendlich geht es beim Spiele-Entwickeln ums Geld -- man muss die Büromieten, die Leute und neue Maschinen bezahlen. Aber du musst wirklich mögen, was du tust -- wir stecken alle viel zu viele Stunden in diesen Job, als dass es ohne Begeisterung ginge." Terminprobleme von Entwicklern rühren laut Hollenshead meist daher, dass viele Designer den Publishern alles mögliche versprechen, nur um ihr Spiel machen zu können. Das räche sich später: "Wir reden hier von realistischen Erwartungen von Tag 1 an -- du musst wissen, wieviel du mit deinen Ressourcen schaffen kannst."

Da hat Todd Hollenshead natürlich gut reden: Das Motto "Es ist fertig, wenn es fertig ist!" (stammt von Epic) können sich nur wenige Entwicklungsstudios leisten, und wenige dürften ähnlich luxuriöse Ressourcen zur Verfügung haben wie id Software. Immerhin zeigte der Millionär Toleranz für kleinere Teams: "Ich glaube nicht, dass jedes Studio Triple-A sein muss -- solange es gute Produkte für kleinere Zielgruppen rausbringt und dabei sein gesamtes Potenzial ausschöpft." Naja, da warten wir doch lieber weiter auf Doom 3...


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