Ghost in the Shell Kinofilm - Kein Kritikerliebling - hier der ernüchternde Meinungsspiegel

Ghost in the Shell fällt bei den Kritikern ziemlich durch. Schade, denn bei einem Positivpunkt sind sich die meisten einig.

von Dimitry Halley,
31.03.2017 13:10 Uhr

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So schick der Trailer auch aussehen mag, so ernüchternd scheint das Endergebnis. Die US-amerikanische Kinoadaption des Anime-Meisterwerks Ghost in the Shell rasselt bei den Kritikern ziemlich durch.

Bei Metacritic erringt der Film immerhin noch einen Schnitt von 53 Punkten (mit einem fast identischen Metascore von 5,8), die 10 positiven Stimmen tummeln sich aber auch eher im niedrigen 70er-Bereich und adressieren ähnliche Schwächen wie die 19 durchschnittlichen und die drei negativen Rezensionen. Sie bewerten nur wohlwollender.

Dabei sind sich in einem Positivpunkt trotzdem fast alle einig: Der Film sieht unheimlich gut aus. Effekte, Schauplätze, Kostüme - hier zeigt Ghost in the Shell sich von der Robo-Schokoladenseite. Aber (und jetzt kommt ein Wortwitz der Extraklasse) eine schicke Shell macht noch keinen guten Ghost. Die Story von GitS scheint in viel zu viele Hollywood-Fettnäpfchen zu treten.

Diesmal war ich leider nicht selbst zugegen, um eine Filmkritik zu schreiben, deshalb empfehle ich Ihnen, beim lieben Kollegen Valentin von IGN DE vorbeizuschauen - seine Kritik geht detailliert auf Stärken und Schwächen von Ghost in the Shell ein.

Metacritic-Übersicht

Name der Publikation

Wertung

The Telegraph

80

San Francisco Chronicle

75

Chicago Tribune

75

Filmstarts

75

Indiewire

67

IGN DE

65

The Guardian

60

Empire

60

The Wrap

60

New York Post

50

Tampa Bay Times

50

Boston Globe

50

Time Out New York

40

The New York Times

40

USA Today

38

The Film Stage

33

Hier einige Stimmen

Matt Goldberg von Collider schreibt:

"Wenn das Gesamtbild von Ghost in the Shell sich offenbart, erblickt man einen deprimierend seelenlosen Film. Der Film ist vollgestopft mit tollen Artdesigns, aber das ist Deviantart auch. Der Film will Lorbeeren ernten, weil er Menschen mit Cyborg-Implantaten kombiniert und damit transhumanistische Fragen aufwirft, aber er verweigert sich einer wirklich spannenden Beschäftigung mit diesem komplexen Thema. Wäre der Film besser und würde sich wirklich mit Majors Beziehung zu ihrem fremden Körper beschäftigen, dann wäre ein nötigender Übergriff in einem Nachtclub eine so starke Szene - aber weil das Skript nur an der Oberfläche kratzt, wird daraus nicht mehr als eine Kung-Fu-Szene an der Gogo-Stange."

Tim Robey von The Telegraph schreibt:

"Es gibt Momente, die bis ins kleinste Detail das großartige Original nachbilden, mit authentischen Schauplätzen und Schauspielern, die ein Stunt-Ballett der Extraklasse abliefern. Aber die Story ist viel greifbarer und zielgerichteter - die action-befreiten Augenblicke entpuppen sich dabei sogar als Highlights des Films."

Terri Schwartz von IGN US schreibt:

"Ghost in the Shell versteht, was das Ursprungsmaterial so besonders macht und überträgt die Faszination ordentlich auf die große Leinwand. Der Film sieht fantastisch aus, fühlt sich nicht an wie eine bloße Kopie der Anime-Vorlage. Die Story stolpert im Höhepunkt und trifft nicht wirklich ins Schwarze, aber die Pluspunkte von Ghost in the Shell wiegen die Kritikpunkte locker auf."

Brian Truitt von USA Today schreibt:

"Trotz der bombastischen Szenerie und der wunderschönen Welt, die Ghost in the Shell erschafft, ist die eigentliche Story eine misslungene Sauerei von einem Film mit leblosen Figuren, verpassten Chancen und einem peinlichen Minenfeld an politischer Inkorrektheit. "

Rebecca Pahle von Polygon schreibt:

"Ghost in the Shell ist ein Film ohne jede Aussage. Eine generische Geschichte von einem generischen Regisseur auf eine generische Art und Weise erzählt. Der vorhersehbare Plot rollt vorwärts, weil die Helden sich wiederholt als absolut blind gegenüber offensichtlichen Fallen erweisen. [...] Und der Film macht sich nicht mal die Mühe, den Schurken irgendwie zu erläutern. Es ist verblüffend, dass ein Film über ein Mischwesen aus Mensch und Maschine sich keinen Deut um Fragen nach künstlicher Intelligenz schert - und nicht hinterfragt, was einen Menschen überhaupt ausmacht. Aber Ghost in Shell beweist mit Bravour, dass das geht, indem es pseudo-intellektuelles Gefasel über menschliche Erinnerungen in den Raum wirft und dann schnurgerade in die andere Richtung geht."

Kallie Plagge von Gamespot schreibt:

"Auch wenn Ghost in the Shell bei seiner großartig inszenierten Science-Fiction und seinen tollen Choreographien brilliert, verfehlt der Film doch seinen Zweck. Er beantwortet keine der intelligenten Fragen, die er aufwirft, und misshandelt eine Story über Identität, weil es einen Großteil der Leute ausschließt, um die es geht. Ein kritischer Fehler, den man nicht mit coolen Geisha-Robotern kaschieren kann."

Im Schnitt ergibt sich aus diesem Meinungsbild ein eher durchschnittlicher Film, den man sich dann gut anschauen kann, wenn man voll auf Style und schicke Action steht. Eine philosophisches Meisterwerk wie bei der Vorlage darf man allerdings nicht erwarten. Auf der anderen Seite fängt es den Charme des Originals sicher trotzdem besser ein als Ghost in the Shell: Stand Alone Complex - First Assault Online.

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