Last Chaos - Browserspiel des Tages - Kostenloses Online-Rollenspiel mit kommerzieller Qualität

Im sechsten Teil unserer Serie "Browserspiel des Tages" widmen wir uns dem Rollenspiel Last Chaos.

von Gerald Meyer,
03.09.2008 17:00 Uhr

In den kommenden Wochen stellen wir Ihnen jeweils wochentags um 17:00 Uhr Browserspiele vor, die sich auf dem deutschen Markt etabliert haben. Dabei handelt es sich um bekannte und weniger bekannte, gute und weniger gute Browserspiele.

Im sechsten Teil unserer Serie "Browserspiel des Tages" widmen wir uns dem Rollenspiel Last Chaos.

Gleich zu Anfang: Last Chaos hat trotz der professionellen Präsentation und der Wertigkeit eines Vollpreisspieles keine versteckten Kosten. Das Spiel ist komplett kostenlos! Allerdings gibt es einen Premium-Bonus, in dem Sie neuartige Tränke, Waffen und Rüstungen erstehen können, die jedoch zum Bestehen der Quests nicht zwingend erforderlich und eher nützliches Beiwerk sind.

Auf ein Wort, Herr Dämonenlord!

Last Chaos spielt auf dem Kontinent Iris, in dem ständig Zwistigkeiten und Kämpfe um die alleinige Vorherrschaft ausgetragen werden. Mittendrin: der Held, wie sollte es anders sein. Diesen erstellen Sie, wie von multiplen Konsorten gewohnt, gleich am Anfang: einen Titanen oder Ritter, eine Magierin, Schurkin, Heilerin oder einen Beschwörer. Die Eigenschaftsattribute jeder einzelnen Klasse hier aufzuführen, ginge zu weit; deshalb nur soviel: Eine einfache Entscheidung aus dem Bauch heraus sollte für jeden auf unkomplizierte Weise funktionieren. Danach werden Sie sogleich in das erste persönliche Dungeon geworfen. Haben Sie es bestanden, was nicht allzu lange dauert, werden Sie in die Stadt Randol teleportiert. Hier nehmen Sie im Regelfall erst einmal Aufträge von der Apothekerin an, um sich die ersten Lorbeeren zu verdienen. Sollten Sie in einem aktiven Quest die jeweilige Person nicht auf der Landkarte finden, reisen Sie in eine andere Welt, um bspw. Ihre Pet-Charaktere vom Archäologen freischalten zu lassen. Finden Sie nirgendwo Quest-Arbeiten, leveln sie sich permanent auf. Dazu eignen sich anfangs die Düsterwölfe oder Alten Wölfe vor der Stadt Randol. Nach Erreichen des nächsten Levels erscheinen dann meist auch die Folge-Questgeber. Ist Ihre Erfahrungsleiste auf 100% oder über 100% angesteigen, erhalten Sie einen Eigenschaftspunkt, den Sie wahlweise auf Stärke, Beweglichkeit, Intelligenz oder Konstitution verteilen. Am besten erhöhen Sie Zug um Zug Stärke und Konstitution, denn diese pusht Ihren Lebensbalken und das Mana gleichzeitig. Ein hoher LE-Balken ist taktisch wichtig, denn die Gegner beweisen zum Teil eine beeindruckende Widerstandsfähigkeit. Außerdem können über die Fähigkeitspunkte in der Stadt mannigfach neue Charakteristika freigeschaltet werden.

Auf den Drachen, fertig, los!

Sog. Pets – also NPC’s, über die man zum Teil die Kontrolle besitzt – gibt es in zwei Arten: den Drachen und das Pony. Beide werden über den Tiertrainer aufgelevelt. Beide Pet’s können aber auch sterben. Die Wiederbelegungszeit hängt vom Level des Tieres ab. Damit ist den Entwicklern ein echter Clou gelungen, dessen Grenze selbst die Macher von Gothic 3 und Oblivion nicht überschreiten wollten, und der jetzt plötzlich in einem kostenlosen Browsergame auftaucht.

Persönliche und öffentliche Dungeons runden das Geschehen ab, aber auch Gildenkriege sind möglich. Last Chaos hat alle Möglichkeiten ausgeschöpft; nicht zuletzt, da GIGA den Server für eine dritte Welt gesponsert hat.

Das Spiel wirklich zu kritisieren, fällt mir schwer. Dazu hat es mir im Gegensatz zu den Javabaukästen aller Coleur zu sehr Spaß bereitet. U. a. auch wegen den schrägen Mitspielern, die hier und da auftauchen. Als bekennender Chatmitleser konnte ich mir hier und da auch den einen ironischen Kommentar nicht verkneifen – manche nehmen virtuelle Welten nun einmal besonders ernst. Auch die ersten „Annäherungsversuche“ der Avatare von Iris sind durchaus keine Fakes. Meistens geht es um Hilfestellungen oder eine schlichte Kontaktaufnahme für auszutragende Kämpfe. Zu zweit macht das Spielen auf jeden Fall mehr Spaß!

Trotzdem habe ich mich von diesem Spiel mit gemischten Gefühlen verabschiedet. Viele Aufträge sind abgewandelte Script-Wiederholungen, nur dass die Gegner stärker und aufdringlicher werden. Somit lässt der Sog in die Chaos-Sucht unmerklich, aber stetig nach. Am Ende ist Last Chaos trotz aller Neuerungen und Ideen doch „nur“ ein Browsergame. Aber der Weg ist auf jeden Fall der richtige für RPG-Freaks, die zusammen oder alleine die unwirtlichen Lande erkunden wollen.

Fazit: Trotz kleinerer spielerischer Mängel ein echter Fullgame-Tipp - ohne großes Wenn und Aber!

Technische Anmerkung: Auf Win 98er und ME-Rechner kam es leider zu häufigen Fehlermeldungen, auf XP läuft die ganze Choose auch mit kleiner Grafikkarte nahezu tadellos. Ein sehr wichtiger Kritikpunkt sind auch die meist hoffnungslos überfüllten Server, die Zeit und Nerven rauben.

Name:

Last Chaos

Webseite:

Sprache:

Deutsch

Genre:

Rollenspiel

Präsentation:

+++++

Zugänglichkeit:

+++++

Spielspaß:

+++++

Downloadclient:

ja

Premium:

ja

Zeitaufwand:

hoch

Lästerfaktor:

+

Alle bisher getesteten Browserspiele finden Sie in der Übersicht.

Gerald Meyer, Jahrgang 1975, ist freiberuflicher Autor; zuletzt erschien von ihm Das Abandonware-Lexikon. Meyer war Gründer des "G. Meyer Taschenbuch Verlag", in dem insgesamt 52 Titel erschienen sind, u. a. Klassiker-Neubearbeitungen, vorwiegend jedoch Newcomer aus dem Underground. Er ist Mitglied im Komitee des Kurd-Laßwitz-Preises. Website: www.geraldmeyer.de


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