Lizard Squad - Sechs weitere Jugendliche im UK festgenommen (Update)

Zwischen dem 24. und 27. August wurden in Großbritannien sechs weitere Jugendliche im Alter zwischen 15 bis 18 festgenommen, die DDoS-Attacken mit dem Dienst Lizard Stresser planten. Sie stehen indirekt mit den Lizard-Squad-Angriffen von 2014 in Verbindung.

von Stefan Köhler,
31.08.2015 19:10 Uhr

Swatting ist nicht nur nervenaufreibend für Polizei und Opfer, sondern bei scharfen Waffen extrem gefährlich. Auch Entwickler sind betroffen - das Bild stammt von Gearbox-Chef Randy Pitchford, dessen Auto angeblich mit einer Autobombe versehen wurde.Swatting ist nicht nur nervenaufreibend für Polizei und Opfer, sondern bei scharfen Waffen extrem gefährlich. Auch Entwickler sind betroffen - das Bild stammt von Gearbox-Chef Randy Pitchford, dessen Auto angeblich mit einer Autobombe versehen wurde.

Update vom 31. August 2015: In Großbritannien wurden zwischen dem 24. und 27. August sechs Teenager festgenommen, denen vorgeworfen wird, den »Online-Dienst« Lizard Stresser der Gruppe Lizard Squad gegen große Firmenwebseiten eingesetzt zu haben. Der Dienst bietet an, gegen eine Bezahlung in Bitcoins sogenannte Denial-of-Service-Attacken zu starten, die die betreffenden Ziele vorübergehend unbenutzbar machen sollen. Lizard Squad erreichte in Spielerkreisen unehrenhafte Bekanntheit, als sie dank solcher DDoS-Angriffe an den Weihnachtsfeiertagen 2014 das Playstation Network und Xbox Live mehrere Tage offline schalteten.

Die sechs Tatverdächtigen sind alle männlich und zwischen 15 und 18 Jahren. Ob die Angriffe erfolgreich waren oder nicht und welche Firmen genau anvisiert wurden, ist nicht bekannt. Wie die Webseite Bloomberg berichtet, sind die Festgenommen keine aktiven Mitglieder von Lizard Squad.

Update vom 10. Juni 2015: In dem Fall um das 17-jährige Lizard-Squad-Mitglied ist ein Urteil gefallen. Der kanadische Teenager bekam zwei Jahre Haft auf Bewährung. Unterdessen legte die Gruppe die Daybreak Game Studios komplett lahm. Betroffen waren die Spiele H1Z1, PlanetSide 2 und alle anderen Services des Studios. Dem vorangegangen waren verbale Angriffe von Studioboss John Smedley, der verärgert auf das Urteil reagierte.

Originalmeldung:Ein Mitglied der Script-Kiddy-Gruppe Lizard Squad muss sich derzeit vor Gericht verantworten. Der 17-jährige steht wegen 23 Fällen der Erpressung, schweren Nötigung und Belästigung der Allgemeinheit vor Gericht. Während der Anhörung plädierte der minderjährige Kanadier in allen Fällen für schuldig.

Der Teenager soll laut einer Lokalzeitung junge Mädchen via Twitter und in League of Legends kontaktiert haben. Im Falle einer abgelehnten Freundschaftsanfrage begann der Junge offenbar mit der Belästigung.

So rief er mehrmals bei den örtlichen Polizeistellen der Opfer an (so genanntes »Swatting«) und behauptete, Geiseln genommen zu haben oder Familienmitglieder der betreffenden Mädchen bereits erschossen zu haben. Teilweise forderte er Lösegeld für die vermeintlichen Geiseln. Außerdem machte er die persönlichen Daten seiner Opfer öffentlich und rief sie spät nachts an.

Eines seiner Opfer brach ihr Studium an der Universität von Arizona wegen der fortlaufenden Belästigungen ab. SWAT-Einheiten mussten angeblich zwei Mal in nur einer Woche zu ihrem Elternhaus ausrücken. Bei den Einsätzen wurden Familienmitglieder mit vorgehaltenen Waffen aus dem Haus entfernt und festgenommen. Das Mitglied von Lizard Squad prahlte mit den Anrufen später via Twitter.

Der vermeintliche Täter wurde gefasst, nachdem er einen achtstündigen Stream laufen ließ, in dem er mehrere Opfer swattete. Einige Zuschauer konnten den Täter durch Hinweise im Live-Stream lokalisieren und die zuständige Polizeibehörde in Kanada verständigen.

Die Untersuchungshaft soll noch 169 Tage laufen, am 29. Juni 2015 fällt das Urteil. Es ist nicht die erste Verhaftung eines Mitglieds des Lizard Squads. Bereits im Januar wurde ein britischer 18-Jähriger festgenommen, nachdem er über Weihnachten 2014 die Online-Dienste Xbox Live und PlayStation Network lahmlegte und mehrere Swatting-Anrufe tätigte.


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