Medienstudie - Jugendliche kommen einfach an »Ab 18«-Spiele

Computerspiele stehen bei Jugendlichen immer höher im Kurs. Eine hohe Faszination üben dabei auch Spiele mit einer hohen USK-Einstufung.

von Christian Merkel,
03.12.2008 16:13 Uhr

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest hat am Freitag eine Studie zur Mediennutzung von Jugendlichen veröffentlicht. Einer der Themenschwerpunkte waren die Computerspiele, die mittlerweile einen extrem hohen Verbreitungsgrad haben. Schon 60 Prozent der männlichen Jugendlichen besitzen eine Konsole und 47 Prozent der Jungen beschäftigen sich mit PC-Spielen. Die Hälfte der Mädchen aber nur ein Fünftel der Jungen spielt nie. Die Forscher interessierte weiter, welche Spiele die Befragten mögen und ob die Titel auch für ihre Zielgruppe gedacht sind. Die Jungen gaben an, am liebsten FIFA (19 Prozent), Need for Speed (16 Prozent), Grand Theft Auto (16 Prozent), Counterstrike (14 Prozent) und World of Warcraft (9 Prozent) zu zocken. Bei den Mädchen stehen eher Titel wie Die Sims, Solitär und SingStar hoch im Kurs.

Laut dieser Studie haben 64 Prozent der Spieler die Alterskennzeichnungen auf Computer- und Konsolenspielen schon einmal umgangen, beziehungsweise schon einmal Spiele gespielt, für die sie eigentlich noch zu jung sind. Die Forscher haben zudem gefragt, ob die Jugendlichen es einfach finden, an Spiele zu kommen, die nicht ihrem Alter entsprechen. Bei den 12- bis 13-Jährigen meinten 55 Prozent Ja. Je älter die Jugendlichen werden, umso mehr Leute empfinden es als einfach, an solche Spiele zu kommen: 14-15 Jahre: 74 %, 16-17 Jahre: 87 %, 18-19 Jahre: 89 %. Die Erwachsenentitel kommen dabei am häufigsten von Freunden (67 Prozent), aus dem Internet (44 Prozent) und dem Handel (37 Prozent). Aber auch die Eltern sind noch mit einem Anteil von 25 Prozent vertreten.

Für diese Studie wurden ungefähr 1200 repräsentativ ausgewählte 12- bis 19-Jährige im Mai 2008 befragt. Die Befragung erfolgte in Telefoninterviews.


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