Microsoft - Neue Kaufziele im Auge

Nach drei Monaten endete der Übernahmekampf zwischen Microsoft und Yahoo! mit eine Paukenschlag. Trotz einer Erhöhung des ursprünglichen Kaufpreises um 5 Milliarden Dollar, kam es zu keiner Einigung.

von Andre Linken,
05.05.2008 16:21 Uhr

Nach drei Monaten endete der Übernahmekampf zwischen Microsoft und Yahoo! mit eine Paukenschlag. Trotz einer Erhöhung des ursprünglichen Kaufpreises um 5 Milliarden Dollar, kam es zu keiner Einigung. Experten erwarten für die nahe Zukunft kleinere Alternativkäufe, um den Erzrivalen Google doch noch beikommen zu können. Mit den gerade bei der Websuche und der Anzeigenplatzierung dominanten Google-Angeboten wolle man um jeden Preis gleichziehen: »Unser klares Ziel ist es, auf jedem dieser Felder führend zu sein«, gibt sich Microsoft-Chef Steve Ballmer in einer internen E-Mail an die Mitarbeiter entschlossen. Den Yahoo!-Kaufpreis hätte er zudem locker um weitere Milliarden erhöhen können, doch der Widerstand der Großaktionäre und aus den eigenen Reihen sei einfach zu groß geworden.

Trotzdem ist sich Ballmer sicher, dass die Web-Aktivitäten von Microsoft dringend aufgestockt werden müssen. Mit dem Onlinedienst MSN könne man noch immer nicht mit Yahoo! gleichziehen. Google stehe zudem deutlich besser da, als der Microsoft-eigene Suchdienst Live Search. Schließlich gilt es auch im Bereich der Online-Werbung deutlich zuzulegen. Microsofts adCenter sei den Diensten von Google und DoubleClick noch lange nicht ebenbürtig.

Als Alternative zum geplatzten Yahoo!-Deal dürften sich in nächster Zeit viele Web-Firmen anbieten. Experten erwarten zum Beispiel, dass Mediengigant Time-Warner die ungeliebte Online-Tochter AOL an Microsoft abtreten könnte. Problematisch sei dabei jedoch, dass der Rivale Google rund fünf Prozent der AOL-Aktien hält. Mit dem Mikro-Bloggingdienst Twitter könnte Microsoft zudem ein Schnäppchen machen. Das Unternehmen sei Schätzungen zufolge gerade einmal 150 Millionen Dollar wert. In etwa dieser Preisspanne bewegen sich auch populäre Web-2.0-Angebote wie Digg, FriendFeed, Meebo oder Ning.


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