Microsoft Kinect - 3D-Kameras für PC und TV (Update)

Microsoft hat Kinect zwar nur für die Xbox 360 vorgestellt, aber ein Patentantrag deutet auf eine PC-Variante hin.

von Georg Wieselsberger,
24.06.2010 09:55 Uhr

Der Patentantrag, den der Blogger von Being Manan aufgestöbert hat, trägt den Titel » Architecture For Controlling A Computer Using Hand Gestures« (Methode zur Steuerung eines Computers mit Hand-Gesten) und stammt von 12. Februar 2010. Er beschreibt, wie ein PC-Nutzer nicht nur Maus und Tastatur, sondern auch Sprache und Gesten für die PC-Steuerung verwenden kann.

Das System enthält zwei Videokameras und ein Mikrofon und erkennt Bewegungen des Nutzers sowie diverse Sprachbefehle. Der Antrag beschreibt auch Beispiele für die Nutzung des Systems, die sich aber auf Präsentationen oder Zusammenarbeit über ein Netzwerk beschränken. Doch im Punkt 0096 schreibt Microsoft, dass diese Art der Steuerung ebenso in anderen Bereichen genutzt werden kann, auch in Video-Spielen.

Die beschriebene Technik mit Videokameras und Spracheingabe erinnert sehr stark an Kinect. Da Microsoft kaum das Rad zwei Mal erfinden wird, scheint eine PC-Version durchaus wahrscheinlich.

Die Tatsache, dass der Antrag ein Komplett-Gerät wie Kinect nicht erwähnt, sondern einzelne Komponenten beschreibt, ist da kein Widerspruch. Microsoft will mit dem Antrag schließlich nur die Art und Weise der Steuerung patentieren und keine Hardware. Kinect besitzt genau die Hardware-Fähigkeiten, die notwendig sind und ist natürlich schon patentiert.

Update 24.06.2010

Laut Engadget wird zumindest ein Teil der Technik, die in Kinect steckt, schon bald die Steuerung anderer Geräte übernehmen.

Die israelische Firma PrimeSense, die anscheinend für die 3D-Kamera in Kinect verantwortlich ist, hat bereits mehrere Aufträge erhalten, die beiden Kameras mit 640 x 480 Punkten Auflösung in Heimkino-PCs (HTPC) und in eine Set-Top-Box einzubauen. Ziel ist es, diese Geräte und später auch Fernseher rein über Gesten zu steuern.

Alle weiteren Funktionen von Kinect, wie beispielsweise die Spracherkennung, sind jedoch Erweiterungen von Microsoft, die PrimeSense nicht anbieten kann. Die Gestensteuerung selbst hat PrimeSense laut Vizepräsident Adi Berenson aber sogar verbessert.


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