Munich Gaming - Konferenz beginnt, Spielefreundliche Worte bayerischer Politiker

Vom 1. bis 3. April 2009 findet zum zweiten Mal die "Munich Gaming" statt, eine Veranstaltung rund um die Themen Gaming, Edu- und Entertainment, die aus Kongress sowie einer begleitenden Ausstellung besteht.

von Christian Merkel,
01.04.2009 13:05 Uhr

Heute eröffnet in München die zweite Munich Gaming. Das ist eine Veranstaltung rund um das Thema Spiele mit Fachkongress und begleitender Ausstellung. Gerade in Bayern ist das Thema Spiele natürlich ein sehr heißes Eisen. Deswegen waren wir bei der Eröffnungsrede besonders gespannt auf die Aussagen der Landespolitiker und wurden gleich am Anfang überrascht: Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), kritisierte Prof. Dr. Christian Pfeiffers Mitwirkung am ›Kölner Aufruf‹ gegen Computergewalt und dessen Diskreditierung anderer Wissenschaftler.

Im Anschluss ging Siegfried Schneider, Staatsminister und Leiter der Bayerischen Staatskanzlei in München, weiter auf Kuschelkurs: »Wir wollen, dass sich die Szene in Bayern wohl fühlt«, sagt er. Trotzdem konnte er es sich als CSU-Mitglied nicht verkneifen, für einen verantwortungsbewussteren Umgang mit dem Medium Computerspiele zu plädieren: »Spielen ist wie Radfahren - es macht Spaß, aber man kann auch hinfallen. Der Radhelm für Spieler fehlt noch. Hier sind Eltern gefragt!« Als Radhelm schlägt er eine Art Medienführerschein für Eltern und Kinder vor. Ungewohnterweise fordert Schneider aber keine Gesetzesverschärfung. So ist er der Ansicht, dass die bereits existierenden gesetzlichen Möglichkeiten noch nicht genug ausgeschöpft werden. Man könne ja nicht jedesmal nach dem Gesetzgeber rufen, wenn es um die Umsetzung des Jugendschutzes ginge. Diese Worte stehen allerdings im krassen Gegensatz zur Hetztirade, die der bayerische Innenminister Hermann (CSU) anlässlich der Verleihung des deutschen Spielepreises von sich gab.

Die Eröffnungsveranstaltung beschloss Don Daglow, Designer-Urgestein aus San Francisco, der 1975 das erste Computer-Rollenspiel Dungeon in die Welt setzte und selbst noch im gesetzten Alter an Titeln wie Neverwinter Nights mitarbeitete. Kein Wunder, dass der Mann vor allem in Dungeons-Dragons-Nostalgie schwelgte. Immerhin hatte er paar lobende Worte für die Deutschen übrig. So findet er deutsches Gamedesign weltklasse, meint damit aber vor allem Brettspiele.


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