R18+ Einstufung in Australien - »Spiele könnten schädlicher als Filme sein«

Laut den neuen Regelungen zur Klassifizierung von Videospielen in Australien, sind Spiele potentiell gefährlicher als Filme. Die Regelungen bringen außerdem nicht die von Seiten der Industrie erhoffte Vereinfachung des Klassifizierungsprozesses.

von Tony Strobach,
13.09.2012 10:36 Uhr

Die verantwortlichen in Australien sehen in Spielen ein größeres Schadenspotential als in anderen Medien.Die verantwortlichen in Australien sehen in Spielen ein größeres Schadenspotential als in anderen Medien.

Bereits im Juni 2012 wurde ein neues Rating-System für Videospiele in Australien eingeführt. Bis zu diesem Zeitpunkt erhielten Videospiele maximal ein MA15+ Rating. Für Personen unter 15 Jahren war es damit illegal diese Titel zu kaufen oder zu mieten, so lange keine volljährige Aufsichtsperson dabei war. Mit Einführung der neuen Klassifikation wurde im Nachhinein die Altersgrenze vieler Videospiele von 15 auf 18 angehoben.

Heute wurden offiziell die Richtlinien zur Anwendung des neuen Klassifizierungssystems bekannt gegeben. Sie beschreiben detailliert welche Inhalte und Darstellungsformen in welche Kategorie fallen. Das Dokument enthält allerdings auch einen generellen Absatz, der Gründe für die aufgestellten Kriterien nennt.

Branchenvertreter der Videospielindustrie sehen Teile dieses Absatzes kritisch, da dieser Spiele auf Grund ihrer Interaktivität strenger beurteilt als andere Medien.

»Generell könnten Computerspiele einen höheren Einfluss [auf den Nutzer] haben, als thematisch ähnliche Darstellungen der klassifizierten Elemente in Filmen. Darum könnten sie ein höheres Schadens- und Beeinträchtigungspotential haben, insbesondere für Minderjährige.«

Außerdem hatten sich die Industrievertreter durch die neuen Richtlinien eine Verbesserung des gesamten Klassifizierungsprozesses erhofft. Das Dokument enthält jedoch auch eine sehr strikte Klausel zum Thema Darstellung von Drogen. Für Spiele wie Fallout 3 oder Bioshock ändert sich bei der Klassifizierung also erstmal nichts. In der Vergangenheit wurden beide Spiele wegen ihrer Drogen-Thematik für Australien angepasst.

Positiv wurde allerdings der durch die Regelung verbesserte Schutz von Minderjährigen von den Branchenvertretern aufgenommen.

Bezüglich der als »konservativ« eingeschätzten Sichtweise auf das Medium Videospiele müsse man »letztendlich abwarten, wie das Klassifizierungsgremium die neuen R18+ Richtlinien interpretiert und anwendet.«

Quellen
» Offizielle Richtlinien
» Statement der australischen iGEA


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