Regnum Online - Browserspiel des Tages - Die Leichtigkeit des Seins - auch für Anfänger

Im 19. Teil unserer Serie "Browserspiel des Tages" widmen wir uns dem Rollenspiel Regnum Online.

von Gerald Meyer,
22.09.2008 17:00 Uhr

Jeweils wochentags um 17:00 Uhr stellen wir Ihnen Browserspiele vor, die sich auf dem deutschen Markt etabliert haben. Dabei handelt es sich um bekannte und weniger bekannte, gute und weniger gute Browserspiele.

Im 19. Teil unserer Serie "Browserspiel des Tages" widmen wir uns dem Rollenspiel Regum Online.

Regnum Online, das ebenso wie Last Chaos von Gamigo-Games vertrieben wird, merkt man in den Nuancen an, dass sich von den Entwicklern um einen bestimmten spielerischen Standard gekümmert wird, der auch immer wieder in Folgespielen auftaucht. Das Grundsystem hat sich anscheinend bewährt.

Marathon und Wespenstich

Warum ich Regnum Online Last Chaos vorziehe, ist die Leichtigkeit der Präsentation, das Unbeschwerte, mit der man sich auf den Weg macht, um seine Aufgaben zu erfüllen. Da spielt eine Hintergrundstory erst einmal keine Rolle. Man spielt um des Spielens willen, auch wenn einem am Anfang die „Zahnstocherwaffen“ das eine oder andere Schmunzeln abringen.

Ich bin kein Marathonläufer, war es nie und werde es nie sein. Verschiedene Aufgaben führen in ein und dieselben Gebiete, sind aber nicht gleichzeitig abrufbar. D. h., für „kleine“ Aufgaben muss ein langer Weg zurückgelegt werden, nur um sich nach fünf Minuten Spiel wieder auf den Heimweg zu begeben und die freudige Nachricht der erfüllten Quest zu überbringen. Das verdirbt überproportional die Laune (deshalb auch der eine Punkt Abzug beim Spielspaß). Das ist zwar auch bei Last Chaos gegeben, allerdings ist der Weg bis kurz vors Stadttor wesentlich kürzer. Man sollte meinen, die Entwickler ließen sich hier pro verbrachter Minute auf dem Server bezahlen...

Dennoch saugt einen das (für ein Browsergame) weitläufige Gelände und die Teilung zwischen charakterbildenden und Shadowquests förmlich auf. Mit ersteren werden Sie aufgelevelt, letztere dienen der Storyline und sind gar nicht so leicht aufzufinden. Und das nicht nur in einer, sondern gleich in drei Welten.

Zerrissene Bande

Da wären das waldreiche Syrtis, das vereiste Alsius und das Wüstenreich Ignis. Alle Welten bieten unterschiedliche offensive oder defensive Charakterklassen, die Solo-Abenteuer erleben oder Duelle austragen.

In Syrtis führen die Elfen ein Goldenes Zeitalter, allerdings schwirren hier zu viele, am Anfang schwer zu besiegende Wespen herum. In Alsius, das am vereisten Ende der bekannten Welt liegt, errichteten die Zwerge die Stadt Valadar, das vor allem den Stolz jener Rasse widerspiegelt. In Ignis vereinigten sich Dunkelelfen und Menschen, die an Hunger litten, indem sie die Leiber ihrer Toten verspeisten und als Folge ihrer Auferstehung aus den Trümmern eines gebrochenen Landes die Stadt Korr-Tabbar errichteten – dieser Storypart „mundet“ mir persönlich am meisten.

Sie können allein durch diese Weltenfraktionen ziehen oder eine Gruppe bilden. Reisen Sie in einer Gruppe, passt sich die Stärke der Feinde an die Gruppe an. Allerdings muss jeder aktiv am Kampf beteiligt sein, um Questpunkte zu erlangen. Dabei reichen die farblichen Überschriften der Monster von Grau (keine Herausforderung) bis Lila (fast unmöglich). Je schwerer ein Gegner (in der Gruppe) zu besiegen ist, um so größer ist die Belohnung. Eine Gilde benötigt übrigens mindestens acht Mitspieler ab Level 15. (Ab Level 10 splittet sich jede Klasse. Der Bogenschütze darf dann zwischen Schütze und Jäger wählen, der Magier zwischen Hexenmeister und Beschwörer, der Krieger zwischen Ritter oder Barbar. Jede Seite offenbart somit eine andere Dynamik.)

Die Gefilde auf der Landkarte sind in drei Sektoren gegliedert. Das Startgebiet ist gefahrlos erkundbar, das Landesinnere mit schwereren Quests gespickt und stärkeren Gegnern. Die dritte Grenze überschreiten Sie, wenn Sie Gegner aus allen drei Königreichen vorfinden, die sich gegenseitig bekämpfen. Diese Areale sind auf der Karte durch Mauern abgetrennt.

Fazit: Regnum Online ist komplett kostenlos, mächtige Items sind käuflich zu erwerben. Anfänger können innerhalb eines (Spiel-) Tages durchaus Charakterlevel 9 erreichen, d. h. Sie haben im besten Fall (hier Elfen) mindestens 1100 Lebenspunkte, was reicht, um direkt das Landesinnere aufzusuchen. Leider ist die Kommunikation mit anderen Mitspielern mangelhaft, d. h., Sie sind lange allein unterwegs. Von diversen Installations- und Serverproblemen einmal abgesehen, auf denen ich meinen alten Spielstand nicht mehr abrufen kann, läuft Regnum Online auch problemlos auf einer Geforce2 mit einer Auflösung von 1280 x 1024.

Bleibt mir nur noch, Puck der Stubenfliege eins überzubraten und zu hoffen, dass ihre "Leichtigkeit des Seins" nicht ansteckend ist.

Name:

Regnum Online

Webseite:

Sprache:

Deutsch

Genre:

Rollenspiel

Präsentation:

+++++

Zugänglichkeit:

+++++

Spielspaß:

++++

Downloadclient:

ja

Premium:

ja

Zeitaufwand:

mittelmäßig

Lästerfaktor:

++

Alle bisher getesteten Browserspiele finden Sie in der Übersicht.

Gerald Meyer, Jahrgang 1975, ist freiberuflicher Autor; zuletzt erschien von ihm Das Abandonware-Lexikon. Meyer war Gründer des "G. Meyer Taschenbuch Verlag", in dem insgesamt 52 Titel erschienen sind, u. a. Klassiker-Neubearbeitungen, vorwiegend jedoch Newcomer aus dem Underground. Er ist Mitglied im Komitee des Kurd-Laßwitz-Preises. Website: www.geraldmeyer.de


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