Rescue the Nuke Scientist - Iranische Studenten stellen antiamerikanisches Spiel vor

von Volker Stuckmann,
19.07.2007 14:15 Uhr

Iranische Teenager dürfen Rescue the Nuke Scientist, die Antwort auf den »US-Cyber-Krieg« probespielen.Iranische Teenager dürfen Rescue the Nuke Scientist, die Antwort auf den »US-Cyber-Krieg« probespielen.

Die Liste antiamerikanischer Computerspiele aus dem Iran ist nach der Ankündigung des Strategiespiels Saving the Port erneut um einen Titel gewachsen: So stellte eine Gruppe iranischer Studenten bereits am Montag (16. Juli) mit Rescue the Nuke Scientist ihre Antwort auf den »US-Cyber-Krieg gegen den Iran« vor. Das berichtet unter anderen die Nachrichtenagentur Associated Press.

Das von der Union of Students Islamic Association entwickelte Spiel simuliere den Versuch, ein vom US-Militär in den Irak und nach Israel entführtes Nuklear-Wissenschaftler-Ehepaar zu befreien, heißt es in der Mitteilung. Der Spieler übernehme die Rolle eines Mitglieds der Iranischen Sicherheitskräfte und müsse auf seiner »The Special Operation« betitelten Mission befestigte Anlagen der Amerikaner infiltrieren. Um Rescue the Nuke Scientist erfolgreich abzuschließen müsse man schließlich nach Israel gelangen, die Wissenschaftler befreien, Soldaten der USA und Israels töten und deren Notebooks auf geheime Informationen durchsuchen. Scheitert der Spieler an einer Mission, soll er durch die Nachricht »Mit Widerstand kannst du den Feind bekämpfen« zum Weiterspielen animiert werden.

Die Hintergrundgeschichte hat sich damit seit der ersten Ankündigung des Spiels im Mai 2006 leicht verändert: So sollte damals nicht ein Wissenschaftler-Ehepaar, sondern ein 30-jähriger schiitischer Muslime von den US-Truppen gekidnappt werden.

Die Erweiterung Assault on Iran für das von Kuma Reality Games entwickelte Spiel Kuma War, sehen die iranischen Studenten als »kulturellen Angriff des Feindes«.Die Erweiterung Assault on Iran für das von Kuma Reality Games entwickelte Spiel Kuma War, sehen die iranischen Studenten als »kulturellen Angriff des Feindes«.

»Dies ist unsere Verteidigung gegen die kulturellen Angriffe des Feindes«, kommentierte Mohammad Taqi Fakhrian, Leiter der studentischen Gruppe, das Computerspiel. Gemeint ist damit vor allem die Erweiterung Assault on Iran für das von Kuma Reality Games entwickelte Spiel Kuma War, das laut dem Magazin Spiegel schon 2005 für Aufruhr im Iran gesorgt habe. In dem Shooter-Addon müssen Spieler als Mitglied der US-amerikanischen Special Forces Uran-Anreicherungsanlagen im Iran zerstören.

Als Antwort darauf möchte sich Rescue the Nuke Scientist nun mit der Idee von »Verteidigung, Opferbereitschaft und Märtyrertum« an das islamische Publikum wenden und soll neben dem Irak auch in weiteren muslimisch geprägten Ländern veröffentlicht werden. Trotz des antiamerikanischen Tenors plant Fakhrian aber auch eine Veröffentlichung in westlichen Ländern. Einen konkreten Release-Termin nannte er allerdings nicht.


Kommentare(0)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.