Silicon Sisters - »Andere Spiele mit Frauen als Designer«

Viele Spiele hätten wohl anders ausgesehen, wenn eine Frau für das Design verantwortlich gewesen wäre. Davon ist Brenda Bailey Gershkovitch von den Silicon Sisters überzeugt.

von Martin Le,
12.07.2011 11:18 Uhr

Frauen werden bei der Entwicklung von Spielen immer noch zu wenig berücksichtigt. Diese Meinung vertritt Brenda Bailey Gershkovitch von Silicon Sisters Interactive. Zwar gäbe es inziwschen Nischen wie Casual-Spiele, in denen der Anteil von Frauen relativ hoch ist, aber auch dort seien die Anpassungen oft nur oberflächlich.

»Es gibt viele Beispiele für erfolgreiche Spiele im Bereich der Casual- und Social-Titel, die Frauen interessieren«, so Gershkovitch gegenüber dem Branchenmagazin GamesIndustry. »Wir kennen sogar die Zahlen: Über 50 Prozent der Casual-Spieler sind Frauen und manche sagen sogar, dass der Anteil auf Facebook eher bei 70 Prozent liegt. Also interessieren sie sich dafür. Aber wie tiefgreifend? Und wie viel spielen sie?«

»Diese Spiele schaffen nur eine oberflächliche Verbindung; und das auch nur deshalb, weil sie kleine Spiele sind, die ohne Einstiegshürden gestartet werden können. In der Hinsicht ist es schon ein Erfolg, aber beim Gameplay und bei den Spielmechaniken gibt es noch keine Lösung für Frauen.«

Ein Grund für den »männlichen« Blickwinkel sei auch in den Entwickler-Studios zu suchen. Frauen seien dort deutlich in der Unterzahl und so gut wie gar nicht in wichtigen Positionen zu finden. Gershkovitch selbst hat schon des öfteren in großen Teams gearbeitet, wo unter 40 Entwicklern gerade einmal zwei oder drei Frauen waren. Jetzt arbeitet sie bei Silicon Sisters Interactive, dem ersten Studio das vollständig aus Frauen besteht.

»Meiner Meinung nach wurde bisher fast alles aus einer männlichen Perspektive gemacht. Und ich glaube, dass es eine wichtige Frage ist, wie diese Spiele ausgesehen hätten, wenn ein Frau das Design in einer Schlüsselrolle mitbestimmt hätte.


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