Spieleverbote in Australien - Keine Besserung in Sicht

Der südaustralische Justizminister verteidigt sein Vorgehen.

von Christian Merkel,
01.10.2009 10:37 Uhr

In Australien gibt es eine Besonderheit im Jugendschutz, die selbst das deutsche Recht an Härte schlägt: So kennen die Australier keine ›Ab 18‹-Einstufung für Spiele. Spiele mit einem zu hohem Anteil an Gewalt, Sex und Drogenmissbrauch werden einfach nicht veröffentlicht. Zuletzt wurde dem Actiontitel Left 4 Dead 2 eine Einstufung verweigert. Dieser Fall hat in der australischen Öffentlichkeit eine Diskussion über die Einführung einer entsprechenden Einstufung ausgelöst, die es in Australien für Filme durchaus gibt. Bewegen wird sich allerdings nichts. Sämtliche australischen Provinz-Justizminister müssten nämlich für eine Änderung der Bestimmungen einig sein. Blockiert wird das Vorhaben vom südaustralischen Justizminister Michael Atkinson (Bild neben dieser News).

Er kommentiert seine Entscheidung mit folgenden Worten: »Das vermindert die Auswahl sicher um einen kleinen Prozentsatz. Das ist aber der Preis, den man zahlen muss, um dieses Material Kindern und labilen Erwachsenen vorenthalten zu können. Aus meiner Sicht ist es dieses kleine Opfer durchaus wert.« Für Atkinson sind Computerspiele deutlich schädlicher als Bücher oder Filme. »Die Leute nehmen an Gewalt teil und führen sie aus, wenn sie ein Videospiel spielen«, sagt er. Der Justizminister Rob Hull aus Victoria hält dagegen, dass Australien dadurch den Anschluss an die restliche Welt verliert. Außerdem kritisiert er die Inkonsistenz zwischen der Bewertung von Filmen und Spielen.

In Australien werden Spiele in die Kategorien G (General; ohne Altersfreigabe), PG (Parental Guidance), M (Mature; Vergleichbar mit Freigegeben ab 12 Jahren) und MA 15+ (Freigegeben ab 15 Jahren). Filme können darüber hinaus auch noch als R18+ (Ab 18 Jahren) und X18+ (Nur für Erotikfilme) klassifiziert werden.


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