Spielverbot in Griechenland

von Walter Reindl,
03.09.2002 11:07 Uhr

Mit einem Schnellschuss hat die griechische Regierung in der letzten Woche alle Spiele und Spielgeräte, die auf elektronischer Basis funktionieren, komplett verboten. Und zwar im öffentlichen wie im privaten Leben. Selbst die Installation von Spiele-Software ist ausdrücklich untersagt. Dazu gehören auch Computerspiele, die über ein Netzwerk oder das Internet gezockt werden. Mehr oder weniger aus Versehen sind damit auch Handy-Spiele in das Verbot einbezogen worden. Die Definition der verbotenen Spiele und Geräte lässt darüber keine Zweifel.
Zahlreiche griechische Clanseiten haben bereits eine Petition ins Leben gerufen, die die Regierung zum Einlenken bewegen soll. Sämtliche in Griechenland gehosteten Clanserver wurden bereits am Wochenende vom Netz genommen. Die Teams fürchten die teilweise drakonischen Strafen bei Nichtbeachtung der Verordnung. Es drohen Strafgelder bis zu 5.000 Euro. Wiederholungstäter werden mit 15.000 bis 75.000 Euro gefügig gemacht.

Themenbezogene Links
griechischer Clan "Zeroteam"
The Inquirer (englisch)

Was vordergründig wie ein schlechter Witz klingt, hat für die griechische Regierung durchaus eine Berechtigung. In den letzten Jahren machten organisierte Banden mit manipulierten Geldspiel-Automaten und umgebauten Pacman-Konsolen die griechischen Landstriche unsicher. Dabei wurden Tausende von gutgläubigen Menschen abgezockt und betrogen. Diese Zustände waren von den örtlichen Polizeistationen anscheinend nicht mehr in den Griff zu bekommen, deswegen entschloss sich die Regierung zum Rundumschlag. Es sollten keine Schlupflöcher für die Neuausrichtung der verbrecherischen Banden bleiben. Eine Möglichkeit der Lockerung dieses Gesetzes ist im Text nicht enthalten.
Hier der direkte Link zum übersetzten Inhalt des "Law Number 3037" vom 30.Juli 2002. (in englischer Sprache)


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