Steam Greenlight - Erneut Malware verbreitet

Auf der Indie-Plattform Steam Greenlight ist ein erneuter Betrugsfall aufgeflogen. Über eine angebliche Beta-Version zu einem Spiel namens Dynostopia verbreiteten Scammer Malware an unbedarfte Nutzer - und kaperten deren Rechner.

von Tobias Ritter,
02.09.2015 20:03 Uhr

Dynostopia ist der jüngste Betrugsversuch bei Steam Greenlight. Eine angebliche Beta-Version des nicht existierenden Spiels enthielt Malware.Dynostopia ist der jüngste Betrugsversuch bei Steam Greenlight. Eine angebliche Beta-Version des nicht existierenden Spiels enthielt Malware.

Bereits im vergangenen März hat ein Betrüger Klon-Spiele zur Verbreitung von Computer-Malware und Viren über die Indie-Games-Plattform Steam Greenlight genutzt. Nun wurde das Portal erneut von einer Malware-Verbreitung heimgesucht: Ein Nutzer hat sein vermeintliches Spiele-Projekt Dynostopia über die Plattform zur Wahl gestellt - und in der Spielbeschreibung einen Link zu einer angeblichen Beta-Version hinterlegt, die tatsächlich jedoch eine Malware war.

Dabei ging der Betrüger äußert perfide vor und verschaffte sich sogar Zugriff auf den Steam-Account eines seit elf Jahren aktiven Steam-Nutzers, den er dann in Dynostopia umbenannte, um seiner Betrugsmasche mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen. Außerdem wurde ein Trailer erstellt und bei YouTube veröffentlicht.

Mindestens ein unbedarfter Steam-Nutzer ging dem Scammer dann auch auf den Leim: Wie toilet-roll auf dem Social-News-Aggregator Reddit berichtet, wurde sein Computer nach dem Ausführen der vermeintlichen Beta-Setup-Datei gekapert. Außerdem sorgten diverse Malware-Scripts dafür, dass das Spiel automatisch eine positive Steam-Review erhielt, in der wiederum das Herunterladen der verseuchten Beta-Version empfohlen wurde.

Es ist davon auszugehen, dass noch mindestens 500 weitere Nutzer von der Betrügerei betroffen sind. Einige Betroffene berichten im entsprechenden Reddit-Thread, dass sie ihre Computer komplett neu aufsetzen mussten, um die hartnäckige Malware loszuwerden. Durch die konnten sich die Angreifer nämlich unter anderem Zugriff auf die Webcams der infizierten Rechner verschaffen und die Besitzer komplett von der Nutzung der PCs aussperren.

Valve selbst hat die fragliche Steam-Greenlight-Seite zu Dynostopia mittlerweile gesperrt und untersucht den Vorfall. Generell sollte jedoch allen Nutzern des Portals zur Vorsicht beim Anklicken von Links und Herunterladen irgendwelcher Dateien geraten sein: Nicht selten wird Steam Greenlight vorgeworfen, lediglich eine Ansammlung von Datenmüll und Trollversuchen zu sein.

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