Travian - Browserspiel des Tages - Von Römern, Galliern und Germanen

Im siebten Teil unserer Serie "Browserspiel des Tages" widmen wir uns dem Fantasyspiel Travian.

von Gerald Meyer,
04.09.2008 17:00 Uhr

In den kommenden Wochen stellen wir Ihnen jeweils wochentags um 17:00 Uhr Browserspiele vor, die sich auf dem deutschen Markt etabliert haben. Dabei handelt es sich um bekannte und weniger bekannte, gute und weniger gute Browserspiele.

Im siebten Teil unserer Serie "Browserspiel des Tages" widmen wir uns dem Strategiespiel Travian.

In Travian wird einem der Schnelleinstieg sehr leicht gemacht. Nachdem Sie sich ein Völkchen auserwählt haben (Römer/Gallier/Germanen), klicken Sie einfach auf den jeweiligen Quest-Berater am rechten Bildschirmrand – in diesem Fall ein dicker Gallier -, und schon werden Sie zielsicher durch die ersten Missionen geführt.

Wer raschelt da im Unterholz?

Ein Dorf, das noch auf seine Wiederbelebung wartet.Ein Dorf, das noch auf seine Wiederbelebung wartet.

Haben Sie sich einen Grundvorrat an Getreide, Holz, Lehm und Eisen erwirtschaftet, bauen Sie Ihr Volk und Ihre Gebäude weiter aus. Sinnigerweise beginnen Sie als erstes mit dem Versteck, in das die Bevölkerung automatisch bei einem Angriff einen Teil der Ressourcen hinschleppt. Dabei haben die Gallier einen besonderen Vorteil – ihr Versteck umfasst die doppelt zu lagernde Menge.

Travian orientiert sich beim Aufleveln bzw. Aufbau eng an den üblichen Strategie-Konsorten, wie man sie zuhauf vorfindet. Ihre Gebäude werden im Laufe der Zeit größer und schicker, Ihre Rohstofflager üppiger, ihre Armeen gewaltiger, die Schatzkammer im Palast wird prall gefüllt. Auffallend hierbei ist ein relativ niedrig angesetzter Zeitfaktor – für das größte Bauwerk, nämlich das „Weltwunder“, benötigen Sie lediglich eine Zeit von zweieinhalb Stunden; alles, was sie zur eigentlichen Materialschlacht brauchen wie Holz und Eisen können Sie im Minutentakt ab- und ausbauen. In der Standardversion ist dies nur in einem Spielzug möglich; in der Plusvariante basteln Sie direkt an zwei Baustellen gleichzeitig. Travian hat eine große Auswahl an Gebäuden zu bieten, die von mächtigen Versorgungsstrukturen und Militär- bis hin zu Luxusanlagen reichen.

Hier ein Feind, da ein Feind

Während die Römer durch ihre Verteidigungsanlagen einen besonderen Schutzbonus erhalten, der Bau von Mauern etc. aber sehr langwierig und kostenintensiv ist, haben die Gallier die schnellsten Einheiten im Spiel und bieten die ausgeglichenste Möglichkeit, sich offensiv oder defensiv zu verhalten und zu bewegen. Die Germanen hingegen sind das offensivste Völkchen und produzieren billig, jedoch sind sie schwach in der Verteidigung.

Travian setzt letztendlich nicht zu sehr auf komplexe Zusammenhänge, aber es macht Spaß, auch wenn verbale Entgleisungen wie „Ändere Deinen Dorfnamen auf etwas Schönes“ unfreiwillig komisch wirken. Häufig auftretende Abkürzungen können Sie in den FAQ’s nachschlagen, in denen das Spiel sehr detailliert ge- äh, erläutert wird. Alle anderen, die lieber spielen statt lesen wollen, bemühen schlicht und einfach bei Unverständlichkeiten die Kurzanleitung.

Fazit: Obwohl Travian einen durchaus vollwertigen Eindruck hinterlässt, fehlt es dennoch ein wenig an Innovation und dem Quäntchen schwarzen Humor, den man hinter diesem comichaft aufgemachten Strategen vermuten könnte.

Name:

Travian

Webseite:

Sprache:

Deutsch

Genre:

Strategie-Fantasy

Präsentation:

+++

Zugänglichkeit:

++++

Spielspaß:

+++

Downloadclient:

nein

Premium:

ja

Zeitaufwand:

niedrig

Lästerfaktor:

+++

Alle bisher getesteten Browserspiele finden Sie in der Übersicht.

Gerald Meyer, Jahrgang 1975, ist freiberuflicher Autor; zuletzt erschien von ihm Das Abandonware-Lexikon. Meyer war Gründer des "G. Meyer Taschenbuch Verlag", in dem insgesamt 52 Titel erschienen sind, u. a. Klassiker-Neubearbeitungen, vorwiegend jedoch Newcomer aus dem Underground. Er ist Mitglied im Komitee des Kurd-Laßwitz-Preises. Website: www.geraldmeyer.de


Kommentare(14)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.