Treasure Island - Adventure mit Drakensang-Technik

von Christian Schmidt,
24.08.2007 19:00 Uhr

Auf der Games Convention demonstrierten die Macher des Rollenspiels Drakensang, das Berliner Studio Radon Labs, ein neues Projekt: Das klassische Point-and-Klick-Adventure Treasure Island. Entwicklelt wird das Spiel von einem rund 20 Mann starken Team, das von den Drakensang-Arbeiten profitiert - Treasure Island nutzt die gleiche Technologie wie das Rollenspiel, die Open-Source-Engine Nebula 3.

Das Adventure wird also komplett in 3D ablaufen, was sich auch in der Perspektive niederschlägt: Statt überwiegender seitlicher Darstellung wie in Ankh oder Jack Keane zeigt Treasure Island seine Schauplätze aus wechselnden Kamerawinkeln.

Das Spiel erzählt die Handlung des Piraten-Klassikers Die Schatzinsel von Robert L. Stevenson nach, erlaubt sich dabei aber ein paar Freiheiten. Den bekannten Figuren rund um den Helden Jim Hawkins und den dubiosen Ex-Piraten Long John Silver stellt Radon Labs zum Beispiel eine Frau zur Seite, die 17jährige Antoinette Trelawney, Tochter des Reisesponsors Squire Trelawney. Klar, dass der Schiffsjunge Jim im Laufe der Handlung Interesse an der taffen Lady entwickelt und sich dabei erstmal den Kopf einrennen darf.

"Wir klären auch Fragen, die im Buch und den Filme unbeantwortet bleiben", deutet der Projektleiter Thomas Möhring an. "Wie hat Silver sein Bein verloren? Warum will er unbedingt zum Schatz?"

Die sechs Kapitel der Geschichte führen von Jim's Heimattaverne "Admiral Benbow" über Bristol und die Hispaniola auf die Schatzinsel. Die Rätsel werden zum größten Teil klassische Inventar-Aufgaben sein, bei der Präsentation sahen wir aber auch kleinere originelle Abschnitte, etwa wenn sich Jim im Sturm an Deckaufbauten festhalten muss, um sich zur in Not geratenen Antoinette vorzuarbeiten.

In Sequenzen wie dem Sturm spielt die Nebula-Engine ansehnlich mit Effekten; auch in stilleren Sequenzen gefallen die Lichtspiele, Partikeleffekte und die generelle Detailtiefe der 3D-Schauplätze. Was bedeutet das für die Hardwareanforderungen? "Nun ja", sagt der Produzent Egbert Latza, "Ziel ist, dass das Spiel auf Mittelklasse-PCs läuft, in etwa wie Jack Keane." Stirnrunzeln bei Thomas Möhring an der anderen Tischseite: "Da müssen wir noch allerhand testen..."

Weil Treasure Island bereits im November beim Publisher HMH erscheinen soll, dürfte da noch viel Arbeit auf das Team zukommen. Latza: "Wir haben uns privat bereits für die nächsten Monate bei unserem Anhang verabschiedet."


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