Valve - »Wir haben keine ausgefeilte Geschäfts-Strategie «

Gabe Newell und Erik Johnson plaudern im Gamasutra-Interview über Valve, ihre Unternehmensphilosophie und über nicht vorhandene Geschäftspläne und Marktanalysen.

von Julian Freudenhammer,
30.08.2011 17:12 Uhr

Bei Valve steht laut Gabe Newell das Interesse an einem guten Spiel vor dem wirtschaftlichen Potential des Titels.Bei Valve steht laut Gabe Newell das Interesse an einem guten Spiel vor dem wirtschaftlichen Potential des Titels.

In einem Interview mit der Website Gamasutra.com spricht der Valve-Gründer Gabe Newell und sein Projekt Manager Erik Johnson über ihre Art Spiele zu entwickeln und erlauben dabei tiefe Einblicke in die Unternehmensphilosophie der Spieleschmiede aus Washington. Valve, 1996 von Gabe Newell und Mike Harrington gegründet gelang mit dem Erstlingswerk Half-Life im Jahr 1998 der große Durchbruch. Mit Half-Life 2 , Counter-Strike: Source , Portal und dem jüngst veröffentlichten Nachfolger Portal 2 hatte das 300 Mitarbeiter starke Unternehmen häufig den richtigen Riecher. Auf der diesjährigen gamescom in Köln präsentierte die Spieleschmiede erstmals Dota 2 der Öffentlichkeit und scheint auch damit wieder richtig zu liegen. Was Valve ausmacht und warum man in Washington auf Marktanalysen verzichtet, erklären Gabe Newell und Erik Johnson im Gamsutra-Interview.

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Laut Gabe Newell plane man bei Valve nicht in dem Umfang wie es für Außenstehende den Anschein haben muss. Als Beispiel führt er das aktuelle Projekt Dota 2 an. »Dota 2 ist eigentlich das Ergebnis davon, dass Erik und einige andere Leute riesige Fans von IceFrog [dem Entwickler des ersten Teils, Anm. d. Red.] sind. Es gibt keine ausgefeilte, tiefgründige Geschäftsstrategie. Wir sagen uns vielmehr: »Ich bin ein großer Fan davon! Oh wir können einen Nachfolger machen? Dann mal los!«« Am wichtigsten war es den Entwicklern den ursprünglichen Macher des Vorgängers kennenzulernen und mit ihm zusammen zu arbeiten, erklärt Johnson. »Es gab keine Marktanalyse. Ich meine da war bestimmt eine, aber nicht im Sinne eines traditionellen, blöden Linien-Diagramms«

Alleine die Tatsache, dass Dota von einem einzigen talentierten Modder entwickelt wurde und dass er damit viele Millionen Menschen unterhalten hat, genügte dem Team einen Nachfolger zu rechtfertigen. » Ihr könntet mit einem absolut überzeugenden Geschäftsplan oder einer Analyse bei uns auftauchen und niemand in unserer Firma würde euch beachten. Aber wenn ihr sagt: »Wenn wir das machen, dann können wir mit [dem Programmierer, Anm. d. Red.] Michael Abrash zusammen arbeiten«, dann würden eine Menge Leute sagen »Gemacht! Das ist es, jetzt haben wir einen Plan.««, erklärt Newell. »So läuft es eben bei Valve. Versucht man zu verstehen was wir machen und wie wir zu Entscheidungen kommen, kann es sinnvoll sein das über uns zu wissen. Viele Dinge die in anderen Unternehmen traditionell großen Einfluss auf geschäftliche Entscheidungen haben, sind uns hier nicht so wichtig.«

Das vollständige Interview finden Sie in englischer Sprache auf Gamasutra.com.


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