Deutscher Computerspielpreis : Der Deutsche Computerspielpreis 2014 hat wieder einmal für zahlreiche Diskussionen und Kontroversen gesorgt. Der GAME Bundesverband der deutschen Games-Branche e.V. hat als einer der Träger plant nun tiefgreifende Änderungen. Der Deutsche Computerspielpreis 2014 hat wieder einmal für zahlreiche Diskussionen und Kontroversen gesorgt. Der GAME Bundesverband der deutschen Games-Branche e.V. hat als einer der Träger plant nun tiefgreifende Änderungen. Als höchstdotierter Preis für Computerspiele in Deutschland müsste der Deutsche Computerspielpreis eigentlich eines der jährlichen Highlights der hiesigen Computerspielbranche sein. Dennoch »glänzt« die Veranstaltung immer wieder durch Skandale und Kontroversen, was ihrem nationalen und internationalen Ansehen nicht gerade zuträglich ist.

Auf Peinlichkeiten wie die Nachnominierung von Anno 1404 in der Kategorie »Bestes Internationales Spiels«, um im Jahr 2010 eine gewaltfreie Alternative zu Spielen wie Dragon Age: Origins oder Uncharted 2 als Sieger küren zu könne, folgten in den Jahren 2011 und 2012 verwirrende Ränkespiele, um auch die stets involvierte Politik zufriedenstellen zu können - sehr zum Ärger vieler Spieler und Zuschauer.

2014 folgte dann der vorläufige Tiefpunkt der Veranstaltung: Nicht nur, dass es im Vorfeld bereits Diskussionen um die Ablehnung der Nominierung von Rise of Venice durch Kalypso gab. Anschließend traten dann auch noch die langjährigen Jury-Mitglieder und IDG-Redakteure Andre Peschke und Heiko Klinge von ihrer Jury-Tätigkeit zurück. Auslöser war die Neuregelung der Vergabekriterien des Preises, durch die fortan sogar eine Jury-Minderheit die Preisvergabe an einen »gewalthaltigen« Titel noch verhindern könnte.

Der Jury-Austritt der Redaktion zog ein breites Presse-Echo nach sich und dürfte wohl neben weiteren Aspekten mit dazu beigetragen haben, dass beim GAME Bundesverband der deutschen Games-Branche e.V. als Mit-Träger des Deutschen Computerspielpreises nun ein Umdenken eingesetzt hat.

In einem Positionspapier hat der Branchenverband maßgebliche Eckpunkte für eine »zeitgemäße Weiterentwicklung des Deutschen Computerspielpreises« vorgelegt. Eigenen Aussagen zufolge möchte man so den Erfahrungen aus den zurückliegenden Jahren Rechnung tragen. Im Kern orientiert sich der Verband dabei an dem ursprünglichen Beschlussantrag des Deutschen Bundestages und stellt die deutsche Games-Branche in den Mittelpunkt der Auszeichnung.

»Uns war es wichtig, die verschiedenen Blickwinkel des Preises als Förderpreis für die deutschen Anbieter von digitalen Spielen jedweder Art zu beleuchten und daraus für uns als Verband die richtigen Schlüsse zu ziehen«, erläutert Prof. Dr. Linda Breitlauch, Mitglied des Vorstandes, die Verbandsposition.

Und Geschäftsführer Thorsten Unger ergänzt:

»Das vorliegende Papier ist das Ergebnis eines demokratischen Prozesses innerhalb der Mitgliedschaft, welche mittels eines verbandsintern zugänglichen Dokumentes unmittelbar Input für die Weiterentwicklung liefern konnte. Damit geht die Expertise von vielfach ausgezeichneten Unternehmen und deren Erfahrung mit dem Preis in die Konzeption mit ein.«

»Die zentralen Eckpunkte des Papiers sind eine Stärkung der Fachjurys, die vorbehaltslose Einbeziehung sämtlicher digitaler Spiele mit Alterskennzeichnung (also auch einer USK 18-Wertung) und die Erhöhung der nationalen Identität des Preises«, führt Prof. Dr. Linda Breitlauch die wesentlichen Eckpunkte aus.

Des Weiteren schlägt der Verband eine grundlegende Überarbeitung im Hinblick auf die Kategorien vor. Thorsten Unger dazu:

»Wir wollen uns von einer technischen Betrachtung lösen und mehr auf Inhalte abstellen. Besonders herausragende kreative Leistungen und eine hohe Innovationskraft eines Spiels sind für uns deutlich auszeichnungswürdiger, als die Tatsache, dass ein Spiel auf dem ein oder anderen Gerät genutzt werden kann.«

Grundlegend möchte man sich mit dem Deutschen Computerspielpreis fortan stärker am Deutschen Filmpreis orientieren. Und zwar auch im Hinblick auf die Finanzierung und die Höhe des Preisgeldes.

»Computerspiele sind heute ein integraler Bestandteil des zeitgemäßen Medienkonsums. Sie sind der Innovationsmotor der Kultur- und Kreativwirtschaft und verdienen daher eine angemessene Beachtung und Bewertung«, stellt Dr. Florian Stadlbauer, Vorstandsvorsitzender des Verbandes, dazu fest.

Das vollständige Positionspapier kann als PDF-Datei auf der Webseite des GAME Bundesverbandes unter game-bundesverband.de eingesehen werden. Der ursprüngliche Beschlussantrag des Deutschen Bundestages findet sich - ebenfalls als PDF-Datei - auf bundestag.de.

Ob sich die Reputation des Deutschen Computerspielpreises durch die geplanten Änderungen wiederherstellen lässt, bleibt abzuwarten. Die nächste Preisverleihung findet Anfang 2015 statt.