DDoS-Angriffe : Am vergangenen Wochenende wurden einige Online-Dienste Opfer von DDoS-Angriffen. Außerdem musste ein Flug von SOE-Präsident John Smedley verschoben werden. Mittlerweile gibt es mehrere Bekennerschreiben. Am vergangenen Wochenende wurden einige Online-Dienste Opfer von DDoS-Angriffen. Außerdem musste ein Flug von SOE-Präsident John Smedley verschoben werden. Mittlerweile gibt es mehrere Bekennerschreiben.

Das vergangene Wochenende dürfte in Spielerkreisen nicht gerade zu den angenehmsten der letzten Zeit gezählt haben: Einer oder mehrere vermeintliche Hacker legten über einen längeren Zeitraum die Server diverser Online-Gaming-Dienste und Online-Spiele lahm. Betroffen waren unter anderem das Battle.net von Blizzard, RuneScape, EVE Online, League of Legends, Path of Exile und Guild Wars 2. Und auch das PlayStation Network wurde wieder einmal Ziel der DDoS-Angriffe (Distributed Denial of Service).

Bei dieser Art von Angriff werden die anvisieren Server durch eine Vielzahl von Anfragen durch ein zuvor aufgebautes Bot-Netzwerk überflutet und so zur Überlastung gebracht. Hin und wieder werden auf diese Weise auch Sicherheitsmechanismen zur Abwehr von Hack-Versuchen ausgehebelt, so dass die Angreifer mitunter Nutzerdaten und andere Dinge erbeuten können.

Zumindest im Falle des PlayStation Networks soll es allerdings nicht zu einem Daten-Klau gekommen sein, wie Sony wenig später in einer Stellungnahme auf playstation.com klarstellte:

»Auch wenn dies [der Angriff] die Möglichkeit der Nutzer zum Zugriff auf unser Netzwerk gehemmt hat, wurden keine persönlichen Informationen erbeutet. Wir werden weiterhin daran arbeiten, dieses Problem zu beheben und hoffen, dass wir den Dienst so schnell wie möglich wieder ans Laufen bekommen.«

Mittlerweile wurde die Funktionalität des Playstation Networks übrigens wiederhergestellt. Der Dienst ist seit den frühen Morgenstunden des heutigen Montags, den 25. August 2014 wieder erreichbar. Dafür kommt es seitdem beim Xbox Live genannten Konkurrenz-Dienst von Microsoft zu ähnlichen Problemen. Betroffen sind offenbar der Party-Chat bei Diablo 3 sowie der Ultimate-Team-Modus von FIFA 14. Ob das im Zusammenhang mit den DDoS-Angriffen der vergangenen Tage steht, ist jedoch noch unklar.

Ebenfalls nicht geklärt ist bisher, wer genau hinter den Angriffen steckt. Zunächst meldete sich noch eine Hackergruppierung über twitter.com mit mehreren kurzen Bekennerschreiben zu Wort und übernahm dabei die Verantwortung für sämtliche Gaming-Server-Ausfälle der vergangenen Tage - bevor der betreffende Twitter-Account augenscheinlich vom Online-Aktivisten-Kollektiv Anonymous übernommen wurde. Anschließend brachte man sich selbst in Verbindung zum Terrornetzwerk Islamischer Staat (IS), das derzeit Teile Syriens und des Iraks in seine Gewalt gebracht hat.

Wenig später meldete sich dann ein weiterer »Hacker« zu Wort und unterstellte seinen Vorgängern, seinen Erfolg für islamistische Propaganda zu missbrauchen. Anschließend veröffentlichte er die angeblichen IP-Adressen der Gruppenmitglieder und prangerte Sony dafür an, auf dem Hack von 2012 nichts gelernt zu haben und die Sicherheit seines Online-Dienstes weiterhin nicht ernst zu nehmen.

Wer nun am Ende tatsächlich für die DDoS-Angriffe der vergangenen Tage verantwortlich ist, bleibt damit erst einmal offen. Sollten sich die IP-Adressen allerdings tatsächlich als authentisch herausstellen, dürfte zumindest der oben genannten Hacker-Gruppe noch Ungemach blühen. Für ein gravierendes Ereignis sind deren Mitglieder nämlich tatsächlich verantwortlich: Die Umleitung eines Fluges von American Airlines, in dem unter anderem auch John Smedley, der Präsident von Sony Online Entertainment, saß. Die hatte die Gruppierung durch eine indirekte Bombendrohung verursacht, was mittlerweile wiederum das FBI auf den Plan gerufen hat.