John Romero : John Romero, der Entwickler und Erfinder von Doom, sieht im Shooter-Genre noch eine Menge ungenutztes Potenzial, das es zu ergründen gilt. John Romero, der Entwickler und Erfinder von Doom, sieht im Shooter-Genre noch eine Menge ungenutztes Potenzial, das es zu ergründen gilt.

Dem Shooter-Genre wurde in den letzten Jahren nicht allzu viel Innovationsfreude nachgesagt. Unter anderem die immer gleichen Ableger der beiden dominierenden Marken Battlefield und Call of Duty dürften maßgeblich dazu beigetragen haben, dass viele Spieler und Genre-Fans ob dieser Stagnation langsam die Hoffnung auf maßgebliche Änderungen verloren. Laut John Romero, dem Designer von Genre-Meilensteinen wie Doom und Daikatana, muss das aber nicht sein. Er sieht im Shooter-Genre noch massig Potenzial.

Was genau dem Game-Designer dabei vorschwebt, hat er im Interview mit der englischsprachigen Webseite develop-online.net verraten: Eine Art Shooter-MMO im Stile von World of Warcraft.

»Es gibt so unglaubliche viele neue Dinge, die man in diesem Genre noch machen könnte. Man müsste nur etwas wie World of Warcraft als Vorlage nehmen - was wäre denn, wenn das ein Shooter wäre? Man hätte eine gigantische Spielwelt voller Aufgaben und Quests sowie Tonnen von Spielern und PvP-Optionen. Wenn World of Warcraft ein Shooter wäre, dann wäre es brandneu - niemand hätte dann zuvor schon einmal etwas derart großes und cooles gesehen.«

Mit seinem Vorschlag dürfte Romero allerdings etwas spät dran sein - immerhin hat das Entwicklerstudio Bungie gerade erst mit Destiny einen Science-Fiction-Shooter auf den Markt gebracht, der in eine ähnliche Richtung geht. Mit Firefall gab es zudem bereits ein Shooter-MMO, das nach Jahren der Entwicklung allerdings kaum die hoch gesteckten Erwartungen erfüllen konnte.

Allerdings gehen die Vorstellungen von Romero auch noch ein Stück weiter. Alleine aufgrund des Shooter-Prinzips werde ein Shooter-MMO nie so etwas sein, wie World of Warcraft, so der Branchen-Veteran - sondern etwas völlig anderes:

»Es wäre World of Warcraft nicht wirklich ähnlich, alleine schon aufgrund seiner Shooter-Natur - es wäre möglicherweise eher einigen Aspekten von Team Fortress 2 ähnlich. Vielleicht würden Dörfer so aussehen wie die Level in Team Fortress 2, wo man dann so viele Punkte sammeln könnte, wie man möchte, bevor man weiterzieht. Und diese Areale hätten dann spezielle Zielvorgaben, wie etwa das Ausschalten von fünf Scharfschützen und zwei Demomen, um einige Schlüsselgegenstände zu erhalten. Und vielleicht könnte man einfach zum nächsten Dorf weiterziehen, wenn man das eine komplett geplündert hätte. Und vielleicht ist der Planet ja auch voll davon - niemand hat bisher ein Spiel wie dieses gespielt.«

Doch die Entwickler würden es sich zur Zeit einfach nicht trauen, etwas neues zu probieren, so Romero weiter. Stattdessen würden sie immer und immer wieder dieselben Dinge versuchen und alte Spiele kopieren:

»Es gibt so viele Richtungen, in die sich Shooter entwickeln könnten, aber die Leute kopieren einfach immer und immer wieder dieselben Dinge, weil sie Angst davor haben, etwas neues auszuprobieren. Wir haben gerade einmal an der Oberfläche [des Genres] gekratzt.«

Möglicherweise könnte Romero selbst diese Lücke jedoch demnächst füllen. Bereits vor einigen Wochen kündigte der Doom-Designer an, an einem Konzept für ein neues Shooter-Projekt zu arbeiten.

Einleitung
Köpfe runter! Etwa seit der Mitte der 80er hat sich die Deckungssuche durch den Spieler in vielen Titeln als mehr oder weniger zentrales Element etabliert, inzwischen bilden die Deckungsshooter sogar ein eigenes Subgenre. Wir haben uns angesehen, wie und in welchen Spielen das Versteckspiel bis heute aufgetaucht ist.