Diese Geschichte hat das Zeug zu einer der skurrilsten des Jahres 2016 zu werden - und gehört eigentlich jetzt schon in jeden Jahresrückblick. Das Entwicklerstudio Digital Homicide hat erst einen Berg von Trash-Spielen auf Steam veröffentlicht, dann Steam-Nutzer und populäre Youtuber aufgrund kritischer Reviews und Meinungen verklagt - und sich dann auch noch mit Steam und Valve selbst angelegt.

Was schon anfangs als keine allzu gute Idee für ein Unternehmen erschien, das seine Einnahmen ausschließlich über Steam erzielt, hat sich nun als denkbar schlechteste Entscheidung in der von Absurditäten geprägten Geschichte von Digital Homicide erwiesen: Auf das merkwürdige Gebahren des Studios aufmerksam gemacht, hat Valve dessen Aktivitäten auf Steam kurzerhand einen Riegel vorgeschoben. Feindliches Verhalten gegenüber Steam-Nutzern dulde man nicht, hieß es in der Stellungnahme.

Aus Digital Homicide wird Digital Suicide

Und nun scheinen bei Digital Homicide endgültig die Lichter auszugehen. Wie James Romine als einer der Inhaber des Studios in einer Stellungnahme gegenüber der englischsprachigen Webseite TechRaptor mitteilte, ist sein Unternehmen nun zerstört:

Was Digital Homicide anbelangt? Es ist zerstört. Es wurde aus Tausend Richtungen in Grund und Boden gestampft und wird von uns nicht mehr fortgeführt. Ich kehre in die Erwerbsbevölkerung zurück.

Schuld sind natürlich die Anderen: Die Medien hätten ihn und seine Mitstreiter in einem negativen Licht dastehen lassen - dabei wären es Digital Homidice gewesen, das tatsächlich für niedrigere Preise und einen offeneren Markt gekämpft hätte, so Romine. Und das sei doch wohl das Wichtigste überhaupt für Kunden.

Auch habe man zahlreiche Unterstützer. Im vergangenen Jahr seien mehr als 50 positive E-Mails bei Digital Homicide eingetrudelt. Die meisten Nutzer würden sich nur nicht öffentlich äußern wollen, weil sie Angst vor Schikane hätten. Und dafür habe er vollstes Verständnis, so Romine abschließend.