Computerspiele in der DDR :

Herrschte in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) der 1980er-Jahre digitale Tristesse, während in Westdeutschland auf C64, Amiga & Co. gezockt wurde? Denkste, östlich der innerdeutschen Grenze erblühte eine engagierte Spiele-Entwicklerszene. Im zweiteiligen Plus-Report »Computerspiele in der DDR« blicken wir hinter den Eisernen Vorhang auf einen Teil der deutschen Spielegeschichte, der für viele Spieler zu Unrecht ein weißer Fleck ist.

Computerspiele in der DDR : Michael Graf besucht einen in der DDR hergestellten Polyplay-Automaten im Berliner Computerspielemuseum. Michael Graf besucht einen in der DDR hergestellten Polyplay-Automaten im Berliner Computerspielemuseum. Denn trotz der schwächeren Computertechnik gedeihen in Ostdeutschland spannende Projekte, die teils von der Regierung gefördert werden. Denn im Gegensatz zur westdeutschen Politik, die Spiele am liebsten ganz aus der Öffentlichkeit verbannen würde, erkennt die DDR-Führung schon früh das Potenzial der digitalen Unterhaltung - als Wirtschaftsfaktor und zu Propagandazwecken. So überwacht sogar die Stasi bestimmte Spieleprojekte, um sie in ideologisch genehme Bahnen zu lenken.

Zugleich gedeiht in vielen ostdeutschen Städten eine Entwickler-Subkultur, die auf staatliche Richtlinien pfeift, westliche Technik bevorzugt, antisowjetische Spiele wie Raid over Moscow zockt - und dem Regime eigentlich ein Dorn im Auge sein müsste. Weitgehend unbeachtet vom Westen erblüht so eine Mischung aus staatlicher Spieleproduktion und Untergrundszene, die in der Spielegeschichte einzigartig sein dürfte.

Plus-Report »Computerspiele in der DDR« jetzt lesen

Der erste Teil unseres Reports beleuchtet die Entstehung der ostdeutschen Computertechnik und Entwicklerszene. Der zweite Teil erscheint am kommenden Mittwoch - und wird politisch. Denn darin beschäftigen uns mit dem staatlichen Einfluss - sowie den ersten Cracker- und Demogruppen der DDR.