Mozilla Firefox verärgert Entwickler : Mozilla verärgert mit seinen Zukunftplänen viele Entwickler und vermutlich auch Nutzer. Mozilla verärgert mit seinen Zukunftplänen viele Entwickler und vermutlich auch Nutzer.

Update: Mozilla hat nun eine FAQ zur neuen Schnittstelle WebExtensions für Firefox-Erweiterungen veröffentlicht, in der auf viele Kritikpunkte eingegangen wird. Die Schnittstelle werde sich in den »kommenden Wochen, Monaten und Jahren« weiterentwickeln und die Developer-Community soll dabei eine große Rolle spielen. Die aktuellen Möglichkeiten für Firefox-Erweiterungen wie XUL seien 15 Jahre alt und würden von keinem anderen Browser verwendet. Es machte keinen Sinn, hier mehr zu investieren, obwohl die Sicherheit und Leistung von Firefox davon abhängen.

Eine Änderung setze aber voraus, dass man auch einen Plan für die weitere Entwicklung von Erweiterungen habe und darum sei WebExtensions so früh wie möglich angekündigt worden. Die neue Schnittstelle sei zwar von Google Chrome inspiriert, doch man wolle Chroma nicht kopieren, sondern nur die Entwicklung von Erweiterungen für mehrere Browser erleichtern. Es soll auch eine Möglichkeit geben, über Erweiterungen Features zu nutzen, die WebExtensions noch nicht bietet, allerdings kann Mozilla nicht garantieren, dass solche Erweiterungen bei einer neueren Firefox-Version noch funktionieren.

Entwicklern, die bei der Umsetzung von alten Erweiterungen Probleme haben, will Mozilla helfen. Daran, dass viele kleine Erweiterungen gar nicht mehr aktualisiert werden und damit unter den Tisch fallen dürften, ändert das aber auch nichts.

Quelle: WebExtensions-FAQ

Originalmeldung: Im Gegensatz zu Chrome von Google macht Firefox von Mozilla den Nutzern und Entwicklern bislang keine großen Vorschriften, welche Erweiterungen für den Browser möglich sind. Für viele Nutzer dürfte das einer der Gründe sein, warum sie bislang nicht zu Chrome oder einen anderen Browser gewechselt sind. Doch nun will Mozilla eine neue Schnittstelle für APIs einbauen, die WebExtensions heißt und zu großen Teilen mit den Schnittstellen kompatibel ist, die Browser wie Chrome oder Opera verwenden. WebExtensions soll dann die einzige Möglichkeit für Erweiterungen für Firefox sein.

Laut Kev Needham von Mozilla schützt das die Nutzer vor Ad- und Spyware und macht das Umsetzen vorhandener Chrome-Erweiterungen für die Entwickler einfacher. Doch dieser Schritt bedeutet auch, dass mit einem Schlag keine einzige der vorhandenen Erweiterungen für Firefox mehr funktionieren wird, es sei denn, die Entwickler passen ihren Code für WebExtensions an. Mozilla will den Entwicklern zwar bis zu 18 Monate Zeit dafür geben, doch viele Erweiterungen wurden von Hobby-Programmierern geschrieben und haben zum Teil nur eine kleine, aber für manche Nutzer wichtige Funktion. Viele diese Entwickler hätten laut den Kritikern gar keine Zeit, sich in WebExtensions einzuarbeiten, um ihre Erweiterungen umzusetzen.

Außerdem wird WebExtensions nicht alle Funktionen besitzen, die Erweiterungen aktuell nutzen können. Das bedeutet, dass einige beliebte Erweiterungen wie Tab Mix Plus, NoScript oder auch der Classic Theme Restorer nicht mehr komplett umzusetzen wären. Es gibt bereits Entwickler, die mit sofortiger Wirkung alle Arbeiten an ihren Erweiterungen eingestellt haben. Im Forum zu WebExtensions finden sich sehr viele Einträge, die Mozilla raten, diese Idee wieder aufzugeben, damit aufzuhören, Firefox zu einen Chrome-Klon zu machen oder zumindest eine weitere Schnittstelle anzubieten, über die rein Firefox-spezifische Funktionen aufgerufen werden können.

Bislang sieht es aber nicht so aus, als ließe sich Mozilla von dem eingeschlagenen Weg abbringen. Zusammen mit der ab 22. September 2015 geplanten Pflicht, Erweiterungen durch Mozilla signieren zu lassen und dem Vorhaben, Firefox bald ähnlich wie Chrome in mehrere Prozesse aufzuteilen, plant Mozilla viele Dinge, die viele Entwickler schon jetzt dazu bringen, Firefox den Rücken zu kehren. Immerhin gibt es Chrome schon im Original.

Quelle: Mozilla, Uservoice