Google Chrome & Firefox : Google Chrome kann Webseiten bald deutlich schneller laden, sofern diese »Brotli« verwenden. Google Chrome kann Webseiten bald deutlich schneller laden, sofern diese »Brotli« verwenden.

Laut einem Beitrag von Ilya Grigorik, einem Web Performance Engineer bei Google, werden die Browser Chrome und Firefox demnächst danke eines neuen Kompressions-Algorithmus bei der Übertragung von Daten deutlich schneller. Der bisher verwendete »Zopfli«-Algorithmus wird dann durch das nicht weniger originell bezeichnete »Brotli« ersetzt. Laur Grigorik spart Brotli bei vielen typischen Datenübertragungen von Webseiten bis zu 25 Prozent an Bandbreite ein. Selbst im schlechtesten Fall wird noch immer eine Einsparung von 17 Prozent erreicht.

Allerdings hat diese höhere Effizienz bei der Datenübertragung von Inhalten auch einige kleine Haken. Auch die Webseiten, die aktuell zum Teil noch gzip als Kompression verwenden, müssen auf Brotli umsteigen und dem Browser die Verwendung der neuen Kompression anzeigen. Außerdem haben Google und Mozilla die Nutzung von Brotli auf sichere HTTPS-Verbindungen beschränkt. Die meisten Webseiten werden nach wie vor über das deutlich unsichere http übertragen und können demnach nicht von Brotli profitieren.

Die hauseigenen Angebote von Google dürften vermutlich zu den ersten Webseiten gehören, die alle Anforderungen erfüllen. Für Smartphone-Nutzer dürfte Brotli ebenfalls sehr interessant sein, da kürzere Datenübertragungen normalerweise auch für weniger Energieverbrauch und damit für längere Akkulaufzeiten beim Websurfen sorgen. Die nächste stabile Version von Google Chrome soll Brotli erstmals offiziell unterstützen. Bislang ist Brotli nur in der frühen Canary-Version des Browsers manuell aktivierbar.

Wann Google die nächste Release-Version von Chrome veröffentlichen wird, ist nicht bekannt, es dürfte sich aber nur um wenige Wochen handeln. Firefox wird Brotli ebenfalls ab Version 44 unterstützen und auch Microsoft denkt bei Edge bereits über Brotli nach. Auch bei Safari von Apple gibt es Hinweise auf eine Unterstützung, so dass bald alle großen Browser dieses Feature bieten werden. Damit wird Brotli auch für die Anbieter von Webseiten interessant, die als Nebeneffekt dann auch auf die sicherere HTTPS-Übertragung wechseln müssten.

Quelle: Ilya Grigorik