Die Unreal Engine 4-Grafikdemo »Blow by Emby« sorgt dafür, dass wir den mittlerweile stark überstrapazierten Begriff des »Fotorealismus« erneut in den Mund nehmen müssen. Sie stammt vom Briten Murray Bateman, der an der Staffordshire Universität in England Computerspiel-Design studiert.

Zum Thema » Unreal Engine 4 - Update 4.11 Neue Grafikeffekte » Bioshock So gut könnte Bioshock in der UE4 aussehen » Skyrim Nachbau mit der Unreal Engine 4 Die Demo zeigt ähnlich wie die bekannte »Unreal Paris«-Demo von Elseware Experience ein Appartement, das vor allem durch den extrem hohen Detailgrad von Objekten und Texturen und die sehr stimmige Beleuchtung fast schon täuschend echt aussieht.

»Blow by Emby« ist Teil des »ArchiViz«-Programms (»Architectural Visualization«), dem im Marketplace der Unreal Engine ein eigener Bereich gewidmet ist, gleichzeitig stellt sie laut Bateman sein Abschlussprojekt an der Universität dar.

Kostenloser Download

Auf seiner Homepage (www.emby.co.uk) steht die etwa 1,2 GByte große Demo zum kostenlosen Download bereit, unseren ersten Rundgang darin finden Sie zu Beginn dieses Artikels in Videoform. Für die Aufnahmen haben wir eine Geforce GTX 970 von Nvidia und einen Core i7 4790K von Intel verwendet.

In Full HD auf einem 60Hz-Monitor haben wir damit meist die aufgrund des standardmäßig aktivierten V-Syncs maximal möglichen 60 fps erreicht. Gerade beim Umsehen sind die Bilder pro Sekunde allerdings teils spürbar gesunken, wobei dieser Effekt durch die im Hintergrund laufende Videoaufnahme deutlich verstärkt worden ist.

Selbst eine viel langsamere Radeon R9 270X konnte meist noch flüssige fps im Bereich von 40 Bildern pro Sekunde darstellen, auch wenn die Framedrops hier natürlich stärker spürbar waren. Um sich selbst ein Bild von der Grafikqualität der Demo zu machen, sind hohe fps aber nicht wirklich nötig, deshalb lohnt sich das Ausprobieren auch mit eher langsamer Hardware.

Unreal Engine 4 : Auch wenn man nahe heran geht, sehen die meisten Objekte in der Demo »Blow by Emby« immer noch sehr detailliert und echt aus, Interaktionsmöglichkeiten gibt es allerdings nicht.

Hoher Detailgrad
Auch wenn man nahe heran geht, sehen die meisten Objekte in der Demo »Blow by Emby« immer noch sehr detailliert und echt aus, Interaktionsmöglichkeiten gibt es allerdings nicht.

Viel Licht, wenig Schatten

In der Demo können Sie sich nur fortbewegen (entweder laufend oder fliegend in Dronen-Form) und das Sichtfeld verändern, Interaktionsmöglichkeiten gibt es nicht. Dass die gezeigte Szene generell sehr statisch und der Raum äußerst begrenzt ist, macht die hohe grafische Qualität mit erst möglich.

Eine größere Umgebung mit sich verändernden Lichtverhältnissen, KI-gesteuerten Spielfiguren und Interaktionsmöglichkeiten dürfte in dieser Optik auch aktuelle Highend-PCs an ihre Grenzen bringen – vom hohen Aufwand zur Erstellung der passenden Assets ganz abgesehen.

Dass man sich in einer Grafikdemo und nicht in der Realität befindet, wird allerdings spätestens beim genauen Blick auf so manche doch etwas unscharfe Textur, teils fehlende oder zu kleine Schatten und vor allem an den Spiegeln in den Badezimmern deutlich, die die Spielwelt zu pixelig darstellen.

Das ist allerdings Jammern auf hohen Niveau, zumal Bateman seine Demo mit viel Liebe zum Detail gestaltet hat (man beachte die Film- und Musiksammlung im Wohnzimmer) und darin gleichzeitig noch eine kleine Geschichte erzählt. Unsere Empfehlung lautet deshalb eindeutig »Selbst ausprobieren!«.

Unreal Engine 4 Grafikdemo »Blow by Emby«