Interview mit Jesper Kyd : GameStar
Welche musikalische Ausbildung hast du? Welche Instrumente beherrschst du? Und wie bist du zum Komponieren von Spiele-Musik gekommen?

Jesper Kyd
Ich habe klassische Kompositionen bei Edwin Cameron studiert. Und ich lernte klassische Gitarre, das Lesen von Noten und sang in einem Chor. Meine Hauptinstrumente sind aber natürlich Piano und Keyboard. Bevor ich so richtig für Spiele tätig wurde, war ich zirka acht Jahre in der europäischen Demo-Szene unterwegs. Gestartet habe ich allerdings schon mit ersten Versuchen auf dem C64.

GameStar
Deine liebsten Komponisten und Musiker sind? Und würdest du jemanden als Inspirationsquelle bezeichnen?

Jesper Kyd
Mike Oldfield, Jean Michel Jarre und Vangelis waren meine Lieblingsmusiker für viele Jahre. Die drei haben mich erst auf den Geschmack gebracht, selber etwas zu machen. Heute lausche ich allen Arten von Musik, etwa Christian Vogel, Senor Coconut, Royksopp, SUBA, Funkstörung und klassischer Musik und Film-Soundtracks.

GameStar
Spielst du eigentlich selber? Und falls ja, wie wichtig ist das deiner Ansicht nach für das Komponieren?

Jesper Kyd
Ich liebe Spiele. Und ich glaube nicht, dass es eine gute Idee wäre, Musik dafür zu schreiben ohne eine Ahnung davon zu haben. Es ist wichtig, ein Spiel ohne Cheats meistern zu können, um einen Eindruck von der Länge eines Abschnitts zu bekommen, wie die Atmosphäre ist und ob es da irgendwelche knackigen Rätsel zu lösen gilt. Erst so entsteht ein Soundtrack, der wirklich auf das Spiel passt.

GameStar
Bestehen Unterschiede zwischen dem Vertonen von Spielen und Filmen?

Jesper Kyd
Ja, ganz klar. Bei Filmen passiert alles so, wie es der Regisseur geplant hat. Man kann die Musik auf den Punkt komponieren. Bei Spielen muss die Dynamik beachtet werden. Ich glaube, dass selbst erfahrene Filmmusiker keinen guten Spiele-Soundtrack schreiben können.