Valve Software plant eine Veröffentlichung im 4. Quartal 2003; im Gepäck die sagenumwobene Valve Engine und ein gepatchtes Geschäftskonzept -- zumindest deuten Hinweise verstärkt darauf hin. Wie Recherchen von GameStar Online ergeben haben, könnte dasDauerrätselthema Half-Life 2 gegen Ende des Jahres tatsächlich zum Fakt werden.

Half-Life 2 ist wie Frühlingsgefühle. Man sieht es nicht, man hört es nicht, dennoch ist seine Gegenwart unweigerlich zu spüren -- vor allem in letzter Zeit. Februar 2003: Den ersten Hinweis gibt Nvidia-Präsident und CEOJen-Hsun Huang im Rahmen einerKonferenzschaltung mit Geschäftspartnern und Analysten: »Wir erwarten 2003 ein gutes Jahr für GPUs. Die enthusiastische Nutzung von DirectX 9 und Cg (bedeutet: C for graphics) durch die [Spiele-]Industrie wird die Verbreitung von Geforce FX-Klasse GPUs unterstützen. Mit heiß ersehnten Next-Generation-Titeln wie Doom 3, Unreal 2 und Half-Life 2 wird die DirectX-6-Klasse-Technologie in aktuellen Umgebungen zunehmend unpassender für solch moderne Titel.« Ähnlich Chipfabrikant ATI, in dessen Presseunterlagen zur jüngstvorgestellten Radeon 9800 ebenfalls der Name Half-Life 2 erscheint. Auf derElectronic Entertainment Expo 2003 (13. bis 16. Mai) soll Valve mit einem eigenen Messestand vertreten sein, war aus Branchenkreisen zu vernehmen. Damit ergäbe das betagte 99erZitat von Robin Walker ( Team Fortress 2) zumindest teilweise einen Sinn: »[...] Alles läuft prima. Wir haben die Quake 3-Engine lizenziert und es [Half-Life 2] sollte Weihnachten erscheinen. Wir kündigen es nicht einmal an. Es wird einfach veröffentlicht, ohne das jemand etwas...« Aus welchen Gründen sich Walker um fünf Weihnachten verschätzt, versuchen wir in der zweiten Hälfte des Artikels zu ergründen, den Sie ab Seite 3 lesen. Unser Tipp: Hält Valve seine Tradition ein, wäre es denkbar, dass der Half-Life-Nachfolger nahezu exakt fünf Jahre nach der Veröffentlichung des Originals im November diesen Jahres erscheint.

Rasender Stillstand bei Valve

Half-Life 2: Wann, Was, Warum : Eine Zeichung von Dhabih Eng. Eine Zeichung von Dhabih Eng. Der vom Nvidia-CEO eingebrachte BegriffCg lässt aufhorchen: Schließlich erscheintValve als Nutzer der Cg-Programmiersprache auf der Nvidia-Internet-Seite. Firmengründer Gabe Newell findet im dazu passendenWerbevideo ausschließlich lobende Worte -- von derGeforce FX ist der Valve-Boss ebenfallsentzückt. Im Bezug auf diesen technischen Aspekt erscheinen auch die hartnäckigen Gerüchte bezüglich einer Xbox-Umsetzung in einem neuen Licht: Der Grafikchip der Microsoft-Konsole basiert auf der gleichen Technologie wie das aktuelle Nvidia-Siliziumbündel und könnte ebenso von den Cg-Fähigkeiten profitieren. Das Markt-Know-How haben die Valve-Gründer ohnehin bei Microsoft erlernt: »Valve ist eine Unterhaltungs-Software-Firma mit Sitz in Kirkland, Washington, 1996 von einer Veteranen-Gruppe Microsoft-Vorstände und -Techniker gegründet« , heißt es in der Firmenbeschreibung. Diese ehemals überschaubare Gruppe hat mit den Jahren Unmengen an kreativem Zuwachs rekrutiert: u.a. ZeichentalentDhabih Eng, außerdem Counterstrike-Entwickler oder auchCavedog-Mitarbeiter. Selbst jetzt schreibt Valvefreie Stellen aus. Die Frage scheint also legitim: Womit vertreiben sich all diese Menschen den Tag? Insiderkreise sprachen gegenüber GameStar Online von einer besonderen Konzentration auf folgende drei Kernprojekte: die Valve EngineSteam -- und Half-Life 2.