1) Besteht Ihrer Meinung nach ein direkter Zusammenhang zwischen Videospielen und jugendlichen Straftätern?

Die übergroße Mehrheit der männlichen Jugendlichen in Deutschland spielen Computer- und Videospiele. Dadurch werden sie nicht zu Straftätern. Wir würden es uns zu leicht machen, wenn wir die möglichen Beeinträchtigungen und Gefährdungen durch den Umgang mit gewaltbeherrschten Spielen in diesem Zusammenhang sehen. Die Ursachen für die Taten liegen nicht in den Spielen.

2) Halten Sie generelle Videospielverbote für sinnvoll?

Ich halte ein generelles Videospieleverbot für nicht sinnvoll. Der übergroße Anteil der Spiele in Deutschland ist für Kinder und Jugendliche bestimmt. Diese Spiele sind weitgehend unbedenklich, wenn auf das altersgerechte Spielen geachtet wird. Dabei helfen die Kennzeichen der USK. Erwachsenenspiele, die bei den geprüften Titeln nur einen Anteil von unter 6 % ausmachen, dürfen nicht in die Hand von Kindern und Jugendlichen geraten. Ein sehr geringer Teil dieser Spiele sollte überhaupt aus dem Leben der Gesellschaft ferngehalten werden. Das sind aber häufig schon Spiele die gar nicht legal in unser Land gelangt sind.

3) In wie weit sind Eltern beim Thema „Videospiel“ in der Pflicht? Müssen sie für den Videospielkonsum ihrer Kinder Verantwortung übernehmen?

Dort wo tatsächlich gespielt wird – im Elternhaus – haben nur die Eltern die Macht. Sie müssen begreifen, dass sie Verantwortung für die digitalen Spiele ihrer Kinder haben. Neben der Alterskennzeichen brauchen wir deshalb spezielle Informations- und Berastungsangebote. Lehrer/innen und Erzieher/innen müssten stärker als bisher befähigt werden, Ansprechpartner zu sein. Insbesondere die Medien sollten mehr Anregungen zum pädagogischen Umgang mit dieser Jugendkultur geben. Und die Wirtschaft und der Handel sollten darüber nachdenken, wie sie den Eltern beim Umgang mit den wirksamen Jugendschutzvorrichtungen der neuen Konsolen und Betriebssysteme helfen können.