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Filmkritik zu Gefährten

Pferdammt gut

Ein treuer Hengst gerät zwischen die Fronten des Ersten Weltkriegs - eine perfekte Vorlage für Steven Spielberg. Der Regisseur macht in der Kinderbuch-Verfilmung Gefährten fast alles richtig.

Von Christian Mester |

Datum: 17.02.2012


Zum Thema » Trailer zu Gefährten Szenen aus dem Kinofilm » Blockbuster-Vorschau Die Kino-Highlights 2012 Star Trek Online ab 6,33 € bei Amazon.de Vom Arbeitseifer Steven Spielbergs kann man sich eine Scheibe abschneiden: Im Winter erst erschien sein letzter Film, Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn 3D. Jetzt gibt es bereits den nächsten zu sehen, die Verfilmung des Jugendromans Gefährten. Spielberg hat beide Streifen bereits 2009 und 2010 abgedreht. Sie brauchten aber eine lange Nachbearbeitungszeit. Interessanterweise haben beide Geschichten Parallelen. In den Filmen geht es jeweils um einen Jungen, der Abenteuer mit seinem Haustier erlebt. War Tim und Struppi ein actionreicher Animationsfilm mit einem Hund als Co-Star, ist Gefährten ein bewegender Kriegsfilm - mit einem Pferd in der Hauptrolle.

Der Altmeister Spielberg beschäftigt sich gerne mit den Kriegszeiten des letzten Jahrhunderts. Neben mehreren Genrefilmen, darunter dem Klassiker Schindlers Liste, entwickelte er auch die gelobten Serien Band of Brothers und The Pacific. In Hinblick auf seinen neuen Film war es demnach sehr spannend zu sehen, wie sich dieser von seinen anderen unterscheiden würde, und ob er die Kritik an seinen Werken beherzigen würde. So gilt Der Soldat James Ryan beispielsweise als zu patriotisch und unfair einseitig. Kritik, aus der ein Spielberg gelernt hat? Gefährten ist übrigens bei den Oscars 2012 gleich für mehrere Auszeichnungen nominiert, darunter für den besten Film des Jahres.

Handlung

England, kurz vor dem Ersten Weltkrieg: Eine Farmersfamilie legt sich ein Pferd zu, das der junge Albert (Jeremy Irvine) liebevoll trainiert. Der Joey genannte Hengst hört alsbald treu wie ein Hund auf ihn und wird zum geliebten Gefährten. Ihre Freundschaft zerreißt jedoch, als sich Alberts Vater aus Geldnot gezwungen sieht, das Tier an vorbei ziehende Soldaten zu verkaufen. Albert will sofort freiwillig mit in den gerade startenden Ersten Weltkrieg ziehen, ist jedoch zu jung und bleibt unglücklich zurück.

Gefährten
Regisseur Steven Spielberg dreht den Film bereits im Sommer 2010.

Während er also darauf warten muss, dass die Zeit verstreicht und er alt genug wird dem Pferd folgen zu können, erlebt dieses allerlei Abenteuer. An mehreren Fronten wechselt Joey seine Besitzer und wird so zum stillen Zeugen zahlreicher Kriegsschauplätze. Das Schicksal verspricht dann sogar eines Tages, sie wieder zusammenzuführen, doch der Krieg fordert seinen Tribut. Die große Freundschaft der beiden droht tragisch zu enden.

Da steht ein Pferd auf dem Flur

Es gibt sicherlich nicht viele Filme, in denen ein Pferd die Hauptrolle spielt. Bedenkt man, wie wenig Möglichkeiten ein Pferd überhaupt hat, Gefühle auszudrücken, erscheint Spielbergs Leistung umso beeindruckender. Das Pferd Joey erlebt derart viele herzzerreißende Momente, und macht so viel durch, dass selbst hartgesottene Gemüter hilflos mitgerissen werdem. Spielberg macht selbst Beziehungen zwischen Joey und anderen Pferden zu etwas sehr Bewegenden.

Dass die Handlung extra schonungslos auf Schmalz ausgelegt ist, wird dabei keineswegs versteckt. In umwerfenden Panoramabildern gedreht und musikalisch rührselig inszeniert, ist es ein Epos voller Pathos. Pferd und Freund müssen viele schier unüberwindbare Hürden bewältigen, um wieder zueinander zu finden. Eine übertrieben stilisierte Freundschaft, die Spielberg dennoch glaubhaft und wirkungsvoll in Szene setzt.

Alles Glück der Erde

Gefährten : Das Hauptpferd Joey wurde von über 10 Stuntpferden gespielt Das Hauptpferd Joey wurde von über 10 Stuntpferden gespielt Das Tier wird zum Bindeglied einer episodenhaft erzählten Geschichte: Nach und nach erhält Joey andere Besitzer, unter anderem englische, deutsche und französische Soldaten. Dadurch ergeben sich abwechselnde Kapitel, in denen das Pferd abwechselnd Zeitzeuge wird. Jeder dieser Zwischenhalte erzählt eine kleine Geschichte, die stets eigene Highlights bietet. So versuchen etwa zwei deutsche Jungs zu desertieren oder ein französisches Mädchen, sich vor Soldaten zu verstecken.

Die Schauspieler der Nebenfiguren sind immer nur kurz zu sehen. Sie werden hauptsächlich von frischen Gesichtern gespielt, der Zuschauer erkennt unter anderem Thor-Bösewicht Tom Hiddleston. Sie machen ihre Sache jedoch sehr gut und verleihen auch kleinen, unwichtigen Figuren eine Wärme und Tiefe, die man von Nebenfiguren so selten gewohnt ist. Spielberg schafft dabei so viele Höhepunkte, dass man es kaum glauben mag. Immer und immer wieder malt er grandiose Szenen, die zutiefst bewegen.

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Neclord
#1 | 17. Feb 2012, 17:22
Ich habe nur immer das Problem, dass ich sofort Perlen im Gesicht habe. Besonders wenn es um Tiere geht. >_>
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Avatar snafing
snafing
#2 | 17. Feb 2012, 17:27
Kitsch und Pathos finde ich persönlich in Filmen über einen Krieg völlig deplatziert und unpassend. Ich werde auf die DVD warten und es mir mal ausleihen und dann eine Meinung bilden.
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Avatar Gruumsh
Gruumsh
#3 | 17. Feb 2012, 18:10
Bei dem Film spalten sich offenbar die Meinungen - manch Kritiker hat schon einen ordentlichen Verriss zum Streifen verfasst.
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mh0001
#4 | 17. Feb 2012, 20:05
Zitat von Neclord:
Ich habe nur immer das Problem, dass ich sofort Perlen im Gesicht habe. Besonders wenn es um Tiere geht. >_>


Ich hab dann immer ein Steak vor Augen.
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Avatar Saschisch
Saschisch
#5 | 17. Feb 2012, 20:22
In jedem dummen Film mit einem Pferd hagelt es Oscar-Nominierungen. Verschwörung! Und Spielberg meide ich auch seit einer Weile, da vor allem die grausamen Happy Ends dem Film alles rauben.
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Dukemaker
#6 | 17. Feb 2012, 21:10
Zitat von Neclord:
Ich habe nur immer das Problem, dass ich sofort Perlen im Gesicht habe. Besonders wenn es um Tiere geht. >_>


kenne ich gut... ^^
ist halt echt unangenehm... mir zumindest!!! :)
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Avatar Salamimännchen
Salamimännchen
#7 | 17. Feb 2012, 21:12
Solange das Pferd keine Rüstung mit Kanonen hat, guck ich den Film net!
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Avatar RipvanHahl
RipvanHahl
#8 | 17. Feb 2012, 21:20
Der Schauplatz böte so viel Potential, und dann muss doch tatsächlich so ein kitschiger Film entstehen.... Dieser Film war der erste in meinem Leben, wo ich vorzeitig rausgegangen bin....
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Avatar Valkyr
Valkyr
#9 | 17. Feb 2012, 23:21
Schau ich an, allein schon deswegen weil man offenbar die Deutschen mal nicht als die üblen Bösewichter darstellt.
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Avatar Sarnar
Sarnar
#10 | 18. Feb 2012, 10:43
Zitat von Valkyr:
Schau ich an, allein schon deswegen weil man offenbar die Deutschen mal nicht als die üblen Bösewichter darstellt.


Die Deutschen waren im ersten Weltkrieg auch nicht wirklich die Bösewichter.

€: Österreich-Ungarn any1?
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